Mittwoch , 28. Oktober 2020
Blicken trotz der Corona-Krise und des im August abgesagten Oldtimer-Treffens optimistisch in die Zukunft: Bernd Wöhlke (l.) und Torben Bindernagel. Foto: Michael Behns

Treffen in der Garage

Bleckede/Vastorf. Die Plaketten waren bereits geliefert. 500 Stück an der Zahl. Auch die Flyer waren schon gedruckt. Doch dann kam das Coronavirus und legte mit einem Schlag das öffentliche Leben lahm – und verschonte auch die Oldtimer-Freunde „Elbtalaue“ Bleckede nicht. Das traditionelle Oldtimer-Treffen im August – abgesagt. Und auch das vereinsinterne Leben musste in fast allen Bereichen umorganisiert werden. „Wir haben uns einiges einfallen lassen müssen“, sagt Vorsitzender Bernd Wöhlke und dreht dabei eine jener Plaketten zwischen seinen Fingern, die eigentlich beim Treffen am 9. August an diejenigen hätten verteilt werden sollen, die mit ihrem Oldtimer anreisen – als schöne Erinnerung.

500 Plaketten umsonst gedruckt

Dass man sich im Vorstand der Oldtimer-Freunde schon frühzeitig dazu entschieden hatte, die Veranstaltung abzusagen, halten Wöhlke und seine Stellvertreter Torben Bindernagel nach wie vor für richtig. Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen waren auch im August noch verboten gewesen“, erklären die beiden. Und doch gab es einige, die trotzdem mit ihren Oldtimern nach Bleckede gereist waren. Für die gab es auf dem Platz dann wenigstens kein Gedränge“, resümiert schmunzelnd Vorsitzender Wöhlke.

Und bei allem Frust, die Corona und die dadurch bedingten Absagen mit sich bringen, haben die Oldtimer-Freunde auch Erfreuliches zu berichten: „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir über einen Zulauf an Mitgliedern berichten können“, freuen sich Wöhlke und Bindernagel. Zwei weitere Oldtimer-Freunde aus Bleckede. Einer fährt einen alten Benz, der andere hat sich ein VW-Cabriolet zugelegt. Und daran ist auch Wöhlke nicht ganz unschuldig. „Ich habe bei der Suche nach dem richtigen Untersatz beratend zur Seite gestanden“, berichtet Wöhlke. Mit Erfolg: Bei Potsdam wurde der Käfer-Liebhaber fündig. Ein restauriertes Modell, Baujahr 1973.

„Benzin“-Gespräche führen

Auch bei ihren Stammtisch-Abenden haben die Schrauber-Freunde aus der Not eine Tugend gemacht: Weil nämlich Treffen im Vereinsheim wegen Corona lange Zeit tabu waren, „haben wir Garagenfeste bei unseren Mitgliedern durchgeführt“, berichtet Bindernagel. So etwas kommt an bei den rund 20 Mitgliedern, denn: „Da kann man auch die Werkstätten und die Projekte der einzelnen Mitglieder sehen, sich austauschen und fachsimpeln.“ Mit anderen Worten: „Benzin“-Gespräche führen – also genau das, was die Oldtimer-Freunde am meisten schätzen – abgesehen von ihren motorisierten zwei- und vierrädrigen Schätzen natürlich.

„Unser Vereinsleben hat die Corona-Krise bisher gut überstanden, auch Dank des Engagements unserer Mitglieder“, freut sich Bernd Wöhlke und hofft, dass das auch in den nächsten Wochen und Monaten so bleibt.

Übrigens: Die rund 500 Plaketten werden wohl beim Oldtimertreffen im kommenden Jahr verteilt. Doch dass diese „Fehldrucke“ eines Tages einmal so wertvoll werden könnten, wie die „Blaue Mauritius“ , „das aber kann sich Wöhlke nicht vorstellen.

Von Klaus Reschke