Dienstag , 27. Oktober 2020
Viele Maßnahmen zum Schutz der Schüler sind schnell umgesetzt orden, wie hier an der IGS Lüneburg. Doch Themen wie das Lüften halten Lehrer und ihre Klassen auf Trab. Foto: Michael Behns

Normaler Unterricht ist kaum möglich

Lüneburg. Seit fast einem Monat findet in Niedersachsens Schulen wieder Unterricht statt. Der sogenannte eingeschränkte Regelbetrieb stellte Lehrer, Schulleiter und die Kinder und Jugendlichen vor allem am Anfang vor große Herausforderungen. Doch in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses der Stadt wurde deutlich: Es gibt immer noch viele Probleme, die einen normalen Unterricht unmöglich machen.

Während die Reinigungssituation in allen Schulen den Anforderungen entspreche und das Händewaschen mittlerweile soweit wie möglich in den Alltag integriert wurde, scheint das Thema Lüften weiter eines der größten Probleme zu sein. Vor allem das Lüftungskonzept für die kalte Jahreszeit werde alle Beteiligten noch lange beschäftigen, vermutete Jutta Bauer, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Betreuung bei der Stadt.

Kontroverse Ansichten zu Luftfilteranlagen und CO₂-Ampeln

„Das Lüften stresst uns und die Schüler sehr“, machte auch Sonja Hollstein, Lehrerin an der IGS Lüneburg, in der Ausschusssitzung deutlich. Sie wollte deshalb von der Stadt wissen, ob das Installieren von Luftfilteranlagen eine Möglichkeit wäre, um das Lüftungskonzept zu verbessern.

Mit dieser Frage habe sich die Verwaltung schon beschäftigt, versicherte Jutta Bauer, jedoch gebe es „kontroverse Ansichten, ob Luftfilteranlagen oder CO₂-Ampeln sinnvoll sind“. Und selbst wenn sich der Schulträger dazu entscheiden sollte, könne dies nicht schnell umgesetzt werden: „Der Markt ist leergefegt. Wir würden da vermutlich in Umsetzungsschwierigkeiten kommen.“

Genau das sei ein grundlegendes Problem, befand Susanne Neuhaus (Grüne): „Ich will der Stadt keinen Vorwurf machen, ich finde, Sie machen das alles schon sehr gut. Aber wir hinken immer hinterher. Wir diskutieren jetzt darüber, wie wir im Herbst und Winter das Lüftungskonzept umsetzen wollen, dabei steht der Herbst schon vor der Tür. Wir haben gerade einfach noch Glück mit dem Wetter.“

Szenario B ist wie ein „Schreckensgespenst“ 

Ähnlich sah das Sonja Hollstein mit Blick auf ein drohendes Szenario B, wie es bereits vor den Sommerferien an den Schulen umgesetzt werden musste. „Das schwebt wie ein Schreckensgespenst über uns. Es kann jederzeit soweit sein, dass wir auf das Wechselmodell umstellen müssen. Aber wir wissen alle, dass uns dann wieder die Endgeräte fehlen werden“, warf sie ein.

von Lilly von Consbruch