Sonntag , 25. Oktober 2020
Eher die Ausnahme: Bis alle Schüler mit eigenen Tablets im Unterricht arbeiten können, dürfte es noch dauern. Foto: AdobeStock

Es ist noch ein weiter Weg

Lüneburg. Dem Landkreis Lüneburg und seinen Schulen stehen rund 5,4 Millionen Euro Fördergelder aus dem niedersächsischen Digitalpakt zur Verfügung. Jetzt wurde dem Schulausschuss des Landkreises ein Zwischenstand präsentiert, wie die Zuschüsse aktuell verwendet werden. Das Ergebnis: Viele Schulen nutzen den Digitalpakt, um die notwendige Infrastruktur auszubauen. Anfang des kommenden Jahres möchte die Verwaltung die ersten Bildungseinrichtungen mit Präsentationsgeräten wie Panels und Beamern für den Unterricht ausstatten, kündigt der Kreis in einer Mitteilung an.

Jetzt geht es an den Feinschliff

Alle Schulen im Landkreis seien bereits mit schnellem Internet versorgt, jetzt gehe es an den Feinschliff. Denn flächendeckendes WLAN haben bis jetzt nur wenige Bildungseinrichtungen, einzelne Unterrichtsräume haben noch keinen Internetzugang. Auch die notwendigen Elektroarbeiten sind zwar schon in einigen Schulen abgeschlossen, an anderer Stelle gibt es aber noch Nachholbedarf.

„Unsere Gebäudewirtschaft, unsere IT und der Fachdienst Schule stimmen das weitere Vorgehen für die jeweiligen Schulen regelmäßig ab“, erklärt Freia Srugis, Fachdienstleiterin Schule beim Landkreis. „Bis Ende des Jahres machen wir noch eine finale Bestandsaufnahme. Das heißt: Was ist noch zu tun? Wo brauchen Räume noch Anschlüsse oder Steckdosen? Wo wird noch ein Access Point für das Internet benötigt?“ Sind diese Arbeiten abgeschlossen, können die Präsentationsgeräte gekauft und in den Schulen installiert werden. Das soll voraussichtlich im Frühjahr 2021 geschehen.

„Wir geben Gas“

„Wir wollen alle Schulen mit den gleichen Geräten ausstatten“, so Fachdienstleiterin Freia Srugis. „Damit diese sinnvoll genutzt werden können, ist es aber wichtig, dass wir vorher die besten Voraussetzungen schaffen.“ Der Digitalpakt sei bewusst auf mehrere Jahre ausgelegt. Die Maßnahmen zur Digitalisierung sind in einer vorgegebenen Reihenfolge abzuarbeiten. „Sollte dabei etwas übersehen werden, kann das im Nachgang nicht mehr über den Digitalpakt finanziert werden. Auch deshalb gehen wir hier Schritt für Schritt vor“, sagt Srugis. Dass viele Eltern sich schnellere Ergebnisse wünschen, sei der Kreisverwaltung bewusst. „Wir geben Gas“, betont Srugis. „Wir wollen auch, dass alles schnellstmöglich vonstattengeht, möchten aber auch vernünftig handeln.“

Bereits jetzt sind alle Schulen im Landkreis an das Portal iServ angeschlossen. Damit wird ein sicherer E-Mail-Verkehr unter den Schülern und den Lehrern gewährleistet, auch digitaler Unterricht und Videokonferenzen sind über das Portal möglich.

Auch im Schulausschuss der Stadt war die Umsetzung des Digitalpaktes jetzt Thema. Jutta Bauer, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Betreuung bei der Stadt, sagte, dass die Stadt auf Hilfe des Sofortausstattungsprogramms, einer Ergänzung zum Digitalpakt, setzt. 427.876 Euro stünden der Stadt zur Verfügung, um bedürftigen Kindern digitale Endgeräte anzuschaffen. Eine erste Abfrage ergab einen Bedarf von 1247 iPads und 70 Laptops an den Schulen – zu viel, um alles mit dem Förderbetrag abzudecken. „Wir haben aber einen Weg gefunden, um möglichst allen Kindern gerecht zu werden“, betonte Jutta Bauer.

„Digitalisierung der Schulen hat für uns Priorität“

Da nur Fördersummen bis zu 214.000 Euro direkt vergeben werden können, konnten die Geräte bisher nicht angeschafft werden. Erst muss eine europaweite Ausschreibung erfolgen, dann können die Aufträge erteilt werden. Dies soll noch Ende September geschehen – wann die Geräte letztlich vor Ort sein werden, konnte Jutta Bauer jedoch noch nicht voraussehen.

„Die Digitalisierung der Schulen hat für uns Priorität“, betonte Lüneburgs Bildungsdezernentin Pia Steinrücke. „Aber wenn wir jetzt auf eigene Faust handeln und alles selbst anschaffen, können wir keine Fördermittel abgreifen. Dann müssten wir das Geld woanders im Haushalt einsparen – und dass das schwierig ist, wissen wir alle. Das ist leider eine Frage von Ressourcen und Vorgaben, denen wir uns unterwerfen müssen.“ lvc/lz

Hintergrund

Geld für technisches Equipement

Das „Sofortausstattungsprogramm“ für mobile Endgeräte ist eine Ergänzung zum Digitalpakt Schule 2019 bis 2024. Die Finanzmittel wurden auf die Länder verteilt. Niedersachsen erhielt danach rund 47 Millionen Euro. Hinzu kommt ein Eigenanteil von 10 Prozent. Dieser Anteil beträgt für das Land rund 4,7 Millionen Euro, sodass für Investitionsmaßnahmen in Niedersachsen ein Gesamtfördervolumen in Höhe von rund 52 Millionen Euro zur Verfügung stand. Förderfähig waren alle entsprechenden Anschaffungen frühestens seit Beginn der Schulschließungen am 16. März und die spätestens bis zum 31. Dezember durchgeführt werden.

Mittel in folgender Höhe fließen laut der SPD-Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers:

  • Landkreis Lüneburg: 674.824 Euro
  • Stadt Lüneburg: 427.876 Euro
  • Gemeinde Adendorf: 14.213 Euro
  • Samtgemeinde Amelinghausen: 10.824 Euro
  • Samtgemeinde Bardowick: 25.730 Euro
  • Samtgemeinde Gellersen: 19.316 Euro
  • Samtgemeinde Scharnebeck: 18.835 Euro
  • Dr. von Morgenstern Schule Lüneburg: 11.241 Euro
  • Freie Waldorfschule Lüneburg: 27.121 Euro.