Freitag , 30. Oktober 2020
Der Aufbau der Fahrgeschäfte für den „Lüne-Freizeitpark“ läuft schon auf Hochtouren. Foto: t&w

Sülzwiesen: Freizeitpark statt Oktoberfest

Lüneburg. Breakdancer, Musik-Express, Auto-Scooter, Jumper – Besucher des jährlichen „Oktoberfests“ auf den Sülzwiesen kommen bei diesen Worten regelrecht ins Schwärmen. Wegen Corona aber sind Feste wie dieses vorerst bis Ende Oktober verboten. Gänzlich verzichten müssen die Lüneburger auf Karussellvergnügen und ausgelassene Lebensfreude dennoch nicht.

Gleich an zwei langen Wochenenden – vom 1. bis 4. und vom 8. bis 11. Oktober – wird es einen „Lüne-Freizeitpark“ auf den Sülzwiesen geben. Bei dem als „Familienfest“ deklarierten Vergnügen soll Jung und Alt vieles von dem geboten werden, was sie auch auf dem Oktoberfest erwartet hätte – allerdings in abgespeckter Form, wie Benno Fabricius, Vorsitzender des Lüneburger Schaustellerverbands, erläutert.

„Wegen Corona müssen wir für mehr Abstand sorgen, es wird daher nicht ganz so viele Stände wie sonst geben“, sagt Fabricius.

Besucher müssen sich registrieren lassen 

Und es gibt weitere Einschränkungen: So ist das Gelände umzäunt, Eingänge gibt es nur an der Ost- und der Westseite. Dort müssen Besucher sich auch registrieren lassen, per QR-Code oder manuell wie in Gaststätten. Außerdem ist der Rundgang als Einbahnstraße festgelegt, es darf nur gegen den Uhrzeigersinn gegangen werden.

Zudem ist die Anzahl der Besucher auf 1000 Personen begrenzt, mehr dürfen nicht gleichzeitig auf dem Platz anwesend sein. „Kontrolliert wird dies an den beiden Ein- und Ausgängen“, sagt Fabricius. Eine zeitliche Aufenthaltsbegrenzung gibt es nicht, „jeder kann so lange bleiben wie er oder sie möchte“.

Eintritt soll Kosten für Hygienemaßnahmen decken

Neu ist auch das Eintrittsgeld von einem Euro pro Besucher ab sechs Jahren. Damit soll ein Teil der Kosten für die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen abgedeckt werden.

Geöffnet ist der Freizeitpark täglich von 14 bis 22 Uhr. Die Unterbrechung zwischen den beiden langen Wochenenden begründet Fabricius damit, dass mehr als vier durchgängige Tage bei einer Stadt wie Lüneburg sich nicht rechneten. Von dem zweiten Wochenende erhoffen sich die Schausteller, die Kosten für Platzmiete, Sanitäranlagen und anderes einspielen zu können. Die Stadt als Vermieter will den durch die Corona-Krise bereits arg gebeutelten Schaustellern mit einer Sonderpauschale unter die Arme greifen.

Fabricius ist überzeugt, dass auch der „Lüne-Freizeitpark“ viele Besucher anlocken wird. Zwar müssen die Fans auf das beliebte Bierzelt in diesem Jahr verzichten, an selber Stelle aber gibt es einen offenen, überdachten Biergarten – Dirndl und Lederhosen sind also auch in diesem Jahr wieder gern gesehen.

Vereinbarung steht

Weihnachtsmärkte sollen kommen

Der Lüneburger Weihnachtsmarkt scheint nun wohl doch auf gutem Weg zu sein. Beim „Weihnachtsmarkt-Gipfel“ in Niedersachsen haben Politik und Kommunen grundsätzlich die Durchführung und Planung dieser beliebten Märkte vereinbart. Nun soll bis Mitte Oktober ein Rahmenhygiene­konzept erarbeitet werden, mit dem die Kommunen bei der Durchführung ihrer Märkte unterstützt werden sollen. Bei der Stadtverwaltung wurde diese Vereinbarung positiv aufgenommen. Ob die Weihnachtsmärkte tatsächlich durchgeführt werden, hänge aber weiterhin von der dann jeweils aktuellen Corona-Lage ab.

Von Ulf Stüwe