Samstag , 31. Oktober 2020
Die Schwestern Birgit und Britta Seedorf aus Rotenburg/Wümme bummeln durch den Regen. Zusammen mit acht Freundinnen nahmen sie am Sonnabend an einer kulinarischen Stadtführung teil und genossen den Erlebnis-Sonntag. LCM-Chef Heiko Meyer hofft, dass viele auswärtige Kunden wiederkommen. Foto: t&w

Verkaufsoffener Sonntag als Test für den Weihnachtsmarkt

Lüneburg. Die Schlange vorm Schmalzkuchenstand reichte über die gesamte Straßenbreite, die Gondeln im Karussell „Ballonfahrt“ waren voll winkender Kinder, auf dem Marktplatz wurde um das glänzendste Gemüse gefeilscht, die Verkaufsstände der Läden in der Innenstadt waren gut besucht – alles gut also am Erlebnis-Sonntag? Heiko Meyer atmet tief durch, dann zieht er Bilanz: „Wir sind froh, dass dieser verkaufsoffene Sonntag überhaupt stattfand. Hier ist ein großer Dank an Marketing und Stadtverwaltung fällig. In Nienburg und Braunschweig wurden sie abgesagt.“

Die Stadt sei gut gefüllt gewesen, aber nach dem Geschmack der Einzelhändler hätte die Kauflust größer sein können. Der Chef des Lüneburger Citymanagements (LCM) sieht den Erlebnis-Sonntag als Investition in die Zukunft: „Wir brauchen diese Sonntage, damit die Kunden ihr Sicherheitsgefühl beim Einkaufsbummel zurückgewinnen.“ Am Sonntag haben sie sehen können, „dass wir mit unseren Hygienekonzepten vorbereitet sind auf die kalte Jahreszeit.“

Vor Corona landete mehr Geld in den Kassen

Die Zahlen in den Kassen erreichten längst nicht das Vor-Corona-Niveau, „das wird auch lange so bleiben. Aber wir sind bescheiden geworden“, sagt Meyer.

Benno Fabricius, Vorsitzender des Lüneburger Schaustellerverbands, zeigt sich „angenehm überrascht, wie viel Zuspruch wir mit unseren Buden und Fahrgeschäften auf dem Sande hatten. Man sieht: Die Leute haben das, was wir ihnen bieten, lange entbehrt.“ Optimistisch für die anstehenden „Lüne-Freizeitparks“ auf den Sülzwiesen – eine Art „Oktoberfest light“ – Anfang Oktober stimmt ihn, wie selbstverständlich sich Kinder und Eltern vor den Karussells die Hände desinfizieren.

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Von Joachim Zießler