Freitag , 30. Oktober 2020
Das Rathaus der Samtgemeinde Scharnebeck: Hier soll künftig ein Klimaschutzmanager arbeiten - sehr zum Ärger des Verwaltungschefs Laars Gerstenkorn. Foto: t&w

Scharnebeck bekommt einen Klimaschutzmanager

Scharnebeck. Braucht die Samtgemeinde Scharnebeck ein eigenes Klimaschutzkonzept? Diese Frage polarisierte in der Sitzung des Samtgemeinderates in der Grundschule Scharnebeck.

Im Februar 2017 hatte der Rat beschlossen, ein integriertes Klimaschutzkonzepts zu erstellen. Dieses liegt nun im Entwurf zur Abstimmung vor. Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU) sprach sich entschieden dagegen aus: Das Konzept lasse realistische Ziele vermissen, bliebe vage und pauschal. „Ich bin sehr für Klimaschutz, aber ich habe das dumpfe Gefühl, dass Sie einfach um jeden Preis die Stelle des Klimaschutzmanagers bei uns in der Verwaltung durchdrücken möchten.

Hier haben Workshops zu dem Thema stattgefunden, für deren Ergebnisse interessiert sich doch kein Mensch“, ließ er in Richtung der Grünen-Fraktion verlauten. Ins selbe Horn blies der Ratsvorsitzende Hans-Georg Führinger (CDU): „Reicht nicht eine Klima-schutzleitstelle des Landkreises für uns alle? Wir sind inzwischen acht Samtgemeinden, soll es jetzt acht Klimaschutzmanager geben?“, fragte er in die Runde.

Dass sich Gerstenkorn für Klimaschutz interessiere, stellte Ratsmitglied Stefan Block von den Grünen entschieden in Frage. „Die Tonlage und Vehemenz, mit der Herr Gerstenkorn hier gerade versucht, alles in Zweifel zu ziehen, spricht nicht gerade dafür, dass das Thema für ihn eine hohe Priorität hat.“

Am dritthöchsten dotierter Posten in der Verwaltung

Der Antrag wurde schließlich mit 16 zu 13 Stimmen angenommen, ebenso wie die Schaffung der Stelle eines Klimaschutzmanagers, sehr zum Unmut des Samtgemeindebürgermeisters: „Noch immer fehlt völlig das Bewusstsein für etwaige Aufgabeninhalte, nichtsdestotrotz soll hier eine A-12-Stelle geschaffen werden. Nach Frau Peters und mir ist das dann der am dritthöchsten dotierte Posten bei uns in der Verwaltung. Was gibt das für ein Bild für die 25-köpfige Belegschaft? Für mich ist das nicht nachvollziehbar.“ Hier werde viel Geld für Seifenblasen aus dem Fenster geworfen, wetterte auch Jörg Ahlfeld (CDU).

Diese Kritik wies Claus-Cornelius Poggensee (Grüne) zurück. Das ganze Konzept sei nicht richtig verstanden worden, bedauerte er, die offene Zielvorgabe sei gerade richtig, weil sie Handlungsspielraum gebe. „Klimaschutz ist immer auch Katastrophenschutz, wir können jetzt unseren Beitrag leisten. Dass man sich als Klimaschutzmanager langweilt, davon habe ich noch nie gehört.“ Die Stelle des Klimaschutzmanagers wird auf zwei Jahre mit 65 Prozent durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Von Lea Schulze