Samstag , 24. Oktober 2020

Mit Humor Fremdenhass enttarnen

Lüneburg. Die Karikaturen und Comics, die jetzt im Museum Lüneburg gezeigt werden, sind auf eine düstere Art witzig – denn sie enttarnen viele der oft simplen rechtspopulistischen und rechtsextremen Ansichten. Leicht verständlich und mit einem Blick erfassbar, ist es der Zweck der Ausstellung, Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zum Thema Rechtsex

Dummel-NPD.

tremismus und den davon ausgehenden Gefahren zu geben. „Bei Kindern und Jugendlichen kann dieses Thema manchmal Ängste hervorrufen, obwohl es uns um Aufklärung und Prävention geht. Mit der Ausstellung erlauben wir allen, auch einmal über rechtsextreme Ideologie zu lachen. Es geht darum, Menschenfeindlichkeit bloßzustellen“, sagt Sozialpädagoge Marcus Laube, einer der Ausstellungsinitiatoren.

Mehrere Lüneburger Schulen integrieren die Ausstellung in ihren Unterricht, besuchen sie mit der Klasse oder arbeiten mit zuvor bereitgestelltem didaktischem Material. „Es ist so wichtig, dass wir immer wieder deutlich machen, dass Ausgrenzung ein großes Risiko hin zur Kriminalität birgt“, sagt Christiane Scholl, Geschäftsführerin des Kriminalpräventionsrates. Überall höre man nur: die da, die anderen. Von dieser Abgrenzung in der Gesellschaft müsse man wegkommen.

Schirmherrschaft liegt beim Niedersächsischen Kultusminister

Seit 2016 zieht die Wanderausstellung mit dem Titel „Oh, eine Dummel!“, durch Deutschland, bis zum 8. Oktober kann sie nun im Museum Lüneburg kostenlos besucht werden – dank der finanziellen Unterstützung der Bürgerstiftung. Darüber hinaus sind mehrere Kooperationspartner am Projekt beteiligt: Gestaltet wurde die Ausstellung von der CD-Kaserne Celle – einem Jugend- und Veranstaltungszentrum. Die Schirmherrschaft liegt beim Niedersächsischen Kultusminister. Neben dem Kriminalpräventionsrat von Stadt und Landkreis beteiligen sich ebenfalls die Volkshochschule, das Bildungs- und Integrationsbüro und das Museum an der Ausstellung.

Ein ernstes Thema mit Witz präsentiert: Die Ausstellung offenbart einen anderen Weg der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus.

Anhand von rund 60 Karikaturen von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern sowie satirischen Fernseh- und Filmbeiträgen, können sich Ausstellungsbesucher mit den typischen rechtspopulistischen Problemlösungsversuchen und Argumentationsweisen auseinandersetzen und so deren gefährlichen Gehalt offenlegen. „Da kann jeder sofort etwas mit anfangen – und auch an der einen oder anderen Stelle über den eigenen Alltagsrassismus stolpern“, sagt Laube. Am Ende können Jugendliche aber auch darüber diskutieren, was man Menschenhass entgegensetzen kann.

„Hassen ist so einfach, man muss dafür nichts können“

Nur wenige der Karikaturen sind eigens für die Ausstellung angefertigt worden. Viele Werke hatten die Künstler bereits entworfen und dann nachträglich der Ausstellung zur Verfügung gestellt – oft ohne ein Honorar zu verlangen. Von Künstler Ralph Ruthe stammt die Werbefigur der Ausstellung: Die Dummel – eine grimmige Hummel mit Glatze, die „Ausländer raus“ fordert. Ziemlich dumm und daher eine Dummel. Ruthe sagt: „Hassen ist so einfach, man muss dafür nichts können. Jede Dummel kann hassen. Doch Hass führt niemals zu etwas Gutem.“

Lehrer können sich unter buchungen@museumlueneburg.de oder (04131) 7206580 für einen Ausstellungsbesuch anmelden und erhalten dann einen Online-Zugang, um Lehrmaterial herunterzuladen zu können.

Von Laura Treffenfeld