Dienstag , 27. Oktober 2020
Der neue und der alte Vorsitzende: Bernd Hufenreuter (l.) und sein Nachfolger Heiner Scholing. Foto: t&w

Schubz-Förderverein bekommt neuen Vorstandsvorsitzenden

Lüneburg. 13 Jahre hat Bernd Hufenreuter den Vorsitz im Vorstand des „Schubz“-Fördervereins inne gehabt, nun hat der 78-Jährige das Amt an Heiner Scholing übergeben. Der freut sich nicht nur, an „viel Großartigem“ anknüpfen zu können, sondern will auch das fortsetzen, was sein Vorgänger stets als seine zentrale Aufgabe gesehen hat: „Türöffner“ für das Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg zu sein.

„Alle waren immer sehr freundlich und haben gut zugehört, meist sind wir aber erfolglos nach Hause zurückgekehrt“, erinnert sich Hufenreuter und verhehlt damit nicht, wie mühsam die Lobbyarbeit für das Schubz häufig gewesen ist.

Arche-Park als wichtigstes Ereignis in der Amtszeit

Dabei hatte er als früherer Vizepräsident der Lüneburger Bezirksregierung beste Kontakte zu Politik und Verwaltung, die er für den Verein letztlich aber auch zu nutzen wusste. Etwa zum Niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, mit dem er Jahre zuvor noch zusammen im Ochtmisser Ortsrat saß. Als damaliger Kultusminister gewährte Althusmann 2012 dann stattliche 350 000 Euro Fördermittel für das Projekt „Wölfen auf der Spur“.

Kurz darauf war Hufenreuter an den Verhandlungen für den Umzug aus den „feuchten“ Kellerräumen auf dem Uni-Campus in die freundlichen Räume des ehemaligen Anna-Vogeley-Heims beteiligt. Verbunden damit: die Übernahme der Mietzahlungen für 20 Jahre durch die Stiftung Hof Schlüter mit einem Volumen von 800 000 Euro.

Und auch an der Übernahme des Wildgeheges Ochtmissen und dessen Umgestaltung zum heutigen Arche-Park im September 2017 war Hufenreuter entscheidend beteiligt, das für ihn wichtigste Ereignis, wie der 78-Jährige rückblickend feststellt.

Insgesamt kann der Lüneburger, der sich künftig mehr seiner Familie und seinen Enkelkindern widmen will, auf stattliche sechs Millionen Euro blicken, die in seiner Amtszeit aus Drittmitteln und Spenden zusammengekommen sind.

Nachfolger ist kein Unbekannter

Sein Nachfolger Heiner Scholing ist für das Schubz kein Unbekannter. 2018 wurde er als stellvertretender Vorsitzender in den Vorstand des Fördervereins gewählt, er weiß daher um die Aufgabe, die auf ihn zukommt. Das Schubz selbst aber kenne er bereits seit Bestehen, „als Lehrer, als Bildungspolitiker und als Landtagsabgeordneter“, sagt der Grünen-Politiker. Als Politiker – der 66-Jährige hat einen Sitz im Uelzener Kreistag und im Gemeinderat von Bienenbüttel –, vor allem aber als Bildungspolitiker hat er klare Ziele, die er in seiner Amtszeit umsetzen will: Kindern Naturerfahrung ermöglichen, Nachhaltigkeit handelnd erlebbar machen und Natur zum Anfassen bieten. „Und natürlich Klima und Artenvielfalt, das sind immer schon meine Themen gewesen.“

Daneben wird er sich aber auch einem Thema widmen müssen, das schon Bernd Hufenreuter bisweilen Kopfzerbrechen bereitete: die Stabilisierung der personellen und finanziellen Ausstattung des Schubz. Zwar habe sich die Bildungseinrichtung gut entwickelt – im vergangenen Jahr erzielte sie einen Umsatz von einer Million Euro –, die Grundlage aber sei ein „wackeliges Konstrukt“. Hier will er aktiv werden. Und wie Hufenreuter sieht auch er sich da als „Türöffner“.

Finanzspritze

Programm wieder hochfahren

Der Landkreis Lüneburg unterstützt das Schubz mit 37 500 Euro – zusätzlich zum jährlichen Zuschuss als einer der beiden Träger der Einrichtung von 54 000 Euro. Die aktuelle Corona-Pandemie stellt die Einrichtung vor erhebliche Probleme: Das eingeschränkte Programm und die ausbleibenden Besucher sorgen für deutliche Einnahmeverluste. Nachdem sich der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung klar hinter das Schubz gestellt hat, konnte die Verwaltung das Geld nun auszahlen. Mit Hilfe der Fördersumme will das Schubz den heruntergefahrenen Betrieb ankurbeln und vor allem in den Grundschulen wieder sichtbarer werden.

Schubz-Leiter Dr. Frank Corleis sagt: „Die vergangenen Monate haben den Familien viel abverlangt. Deswegen geben wir das Geld eins zu eins an sie weiter und bieten das Programm kostenfrei an.“ Dank der Förderung hat die Bildungseinrichtung bis zu den Weihnachtsferien Buchungen von mehr als einhundert Schulklassen aus 30 Grundschulen in Stadt und Landkreis.

Von Ulf Stüwe