Mittwoch , 21. Oktober 2020
Für die Dauer der Startwoche hat die Leuphana ein eigenes Studio im Libeskindbau, aus dem täglich gesendet wird. Foto: t&w

Eröffnung der Startwoche an der Leuphana

Lüneburg. FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle grüßt aus dem Bundestag, die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär (CSU), gibt Tipps fürs Leben vom Bürosessel aus, Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge hat sein Rednerpult draußen im Garten platziert und Leuphana Vizepräsident Christian Brei ein eigenes TV-Studio, das sich vor einem Morgenmagazin im Öffentlich-Rechtlichen nicht verstecken muss. Mit großem Kino, großen Worten und vor allem großem Aufwand wurden gestern rund 1400 neue Erstsemester in das Abenteuer Universität geschickt.

Anders als in den Vorjahren konnte die Eröffnung der Startwoche nicht face to face in vollen Hörsälen stattfinden, sondern musste coronabedingt neu geplant werden. Die Studenten durften also ihre Einführungsveranstaltung mit Live-Musik und Grußworten vor dem heimischen Bildschirm oder in den Seminarräumen auf dem Campus verfolgen. „Diese Event-Atmosphäre können wir natürlich nicht eins zu eins digital aufbauen“, weiß Steffi Hobuß. „Dafür ergibt sich aber ein besonderer neuer Raum im Digitalen.“

Persönliche Begegnungen durch Schichtbetrieb

Die Akademische Leiterin des Leuphana College hatte in den zurückliegenden Wochen darum zusammen mit dem AStA, zahlreichen Studierenden und Lehrenden an einem Konzept gefeilt, mit dem persönliche Begegnungen unter Einhaltung der Hygienevorschriften gewährleistet werden sollen. Möglich mache das nicht zuletzt eine Art Schichtbetrieb, erklärt Hobuß.

Die Studenten sind in zwei Gruppen eingeteilt, die sich jeweils nur vor- oder nachmittags auf dem Campus aufhalten. Darüber hinaus habe das Startwochen-Team ein nachhaltiges Hygienekonzept entwickelt und mit viel technischem Know-how eine digitale Kulisse geschaffen, über die alle neuen Gesichter der Leuphana regelmäßig auf dem aktuellsten Stand der Dinge gehalten werden. Dafür wurde das Libeskind-Auditorium in ein Live-Studio verwandelt, aus dem täglich mit einer Morning Show und Keynotes berichtet wird.

Und so geht es weiter: Schon zu Beginn des Semesters sind eigene Ideen gefragt. Für eine digitale Collage sollen in Kleingruppen Beiträge in Form von visionären Videos und kritischen Kommentaren entworfen werden.

„Future::Cities“ ist das Thema der Startwoche

„Future::Cities“ lautet das Thema der diesjährigen Startwoche. Wofür der doppelte Doppelpunkt steht? Die Uni lässt offen, ob für den Raum, den die neuen Studenten erst noch erkunden müssen, oder ob sie als Platzhalter dienen – für die vier Hashtags, die der Startwoche eine inhaltliche Orientierung geben.

Steffi Hobuß hofft, dass bis Ende nächster Woche viele spannende Beiträge entstehen, die sich zum Beispiel mit demokratischen Zusammenhängen und Digitalisierung beschäftigen könnten. Und sie ist sich sicher: „Nach dieser Startwoche werden wir alle viel gelernt haben.“ Über Lüneburg, die Wissenschaft – und die Frage, wie Gemeinschaft zu Corona-Zeiten gelingen kann.

Von Anna Petersen