Samstag , 31. Oktober 2020
Gastronomie
Der Stadtrat bemüht sich um Unterstüzung für die Lüneburger Gastronomie. (Foto: be)

Neue Winter-Initiative für Lüneburgs Gastronomie

Lüneburg. Zusätzliche Außenplätze bis Ende 2021, Errichtung von Außenzelten „wohlwollend prüfen“, befristete Sondergenehmigung für elektrische Infrarot-Strahler bis zum 30. April – dieses Dreier-Paket wollte die SPD-Fraktion am Donnerstagabend im Stadtrat zur Stützung der Lüneburger Gastronomie in Zeiten der Corona-Beschränkungen beschließen lassen.

Dazu kam es allerdings – noch – nicht. Die Sozialdemokraten hatten ihre Initiative als Änderungsantrag zu einem Antrag der Grünen „Mehr Raum für die Gastronomie“ eingebracht. Doch deren Fraktionschef Ulrich Blanck griff in die Trickkiste – und zog den eigenen Antrag zurück. Der stammte nämlich schon vom 23. Juni, war damals als Dringlichkeitsantrag gescheitert, wurde aber inhaltlich längst umgesetzt – es ging nämlich darum, zusätzliche Außenflächen für die Gastronomie auszuweisen.

LCM-Chef Heiko Meyer: „Man, man, man“

Blanck verkniff es sich nicht, ironisch auf die „Weisheit des Rates“ zu verweisen, dessen Mehrheit damals hier keine Dringlichkeit gesehen hatte und den Grünen-Vorstoß damit zumindest politisch ausbremste. Doch diese Volte kam nicht bei jedem gut an. „Man, man, man“, stöhnte Heiko Meyer vernehmlich. Der parteilose Ratsherr und Gastronom versucht gerade als Chef des Lüneburger Citymanagements, die Innenstadt am Leben zu halten und setzt auf politischen Rückhalt.

„Das von der Corona-Krise besonders gebeutelte Gastronomiegewerbe benötigt auch in Lüneburg Unterstützung, um die Folgen der Krise zu bewältigen“, zitierte Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) den ersten Satz des damaligen Grünen-Antrags. „Dieser hat an Aktualität nichts eingebüßt“, hielt Mädge Blanck vor. SPD-Ratsherr Philipp Meyn war etwas ratlos, wie es denn weitergehen könne. Der Oberbürgermeister riet dazu, den Antrag am 14. Oktober im Wirtschaftsausschuss zu beraten. Bereits am 27. Oktober tagt auch wieder der Rat, wo das Thema dann regulär auf die Tagesordnung kommen kann.

Mit dem SPD-Vorstoß würde das Verbot von Heizpilzen, das in Lüneburg auf städtischen Flächen gilt, in Teilen und begrenzt aufgehoben. Die Sozialdemokraten wollen dies aber in einer kurzfristig noch überarbeiteten Version allein auf elektrische Infrarot-Heizstrahler begrenzen. „Heizpilze sind grundsätzlich schlecht für das Klima, daher lehnen wir die Nutzung in ,normalen‘ Zeiten ab. Allerdings befinden wir uns derzeit coronabedingt in einer absoluten Ausnahmesituation“, heißt es in dem Antrag.

Weihnachtsmärkte nur mit großem Abstand?

Wie groß die Herausforderungen sein können, machte Ordnungsdezernent Markus Moßmann deutlich. Er erläuterte, dass die Stadt bei dem jüngst vorgestellten Plan für die „Lüneburger Weihnachtsstadt“ mit einer 2,25 Quadratmeter großen Fläche je Besucher kalkuliert. Innerhalb der Landesregierung würden derzeit aber zehn Quadratmeter diskutiert. Das würde die Pläne praktisch unmöglich machen. Moßmann kündigte daher an, dass das Rathaus hier über den Städtetag einwirken werde.

Von Marc Rath

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