Samstag , 31. Oktober 2020
Verlassen liegt die Ilmenauhalle mitten in Bienenbüttel. Die Planungen für einen Neubau laufen. Foto: Philipp Schulze / phs

Eine Mehrzweckhalle für Bienenbüttel

Bienenbüttel. Eine Halle, die sich in drei Felder teilen lässt, eine Tribüne für 150 Personen und ein Schießstand mit vier bis fünf Bahnen: Während noch immer nicht feststeht, wann die marode Ilmenauhalle in Bienenbüttel abgerissen werden soll, hat sich der Bauausschuss am Donnerstagabend einstimmig für eine von insgesamt acht möglichen Neubau-Varianten ausgesprochen. Damit könnten in der Gemeinde künftig sogar Bundesligaspiele im Handball ausgetragen werden, sagte Bürgermeister Merlin Franke. Geschätzte Kosten: mehr als acht Millionen Euro.

Diese Summe mussten Grünen-Fraktionsvorsitzender Reinhard Schelle-Grote und sein SPD-Kollege Arnold Witthöft erst einmal verdauen. Sie äußerten Zweifel an der Finanzierbarkeit der Maßnahme. Nur über den Verkauf weiterer Grundstücke in der Gemeinde sei das aus ihrer Sicht nicht zu wuppen. Allein die rund 1,2 Millionen Euro teure Schießanlage sei schon ein „ordentlicher Schluck aus der Pulle“, gab Schelle-Grote zu bedenken. „Es wäre ja auch denkbar, dass andere Vereine kommen und zum Beispiel sagen: Mensch, wir hätten gern eine Bühne, damit wir dort vernünftig Theater machen können. Wie gingen wir denn damit um?“ Inzwischen ist klar: Die Gilde hat der Gemeinde bereits einen Eigenanteil in Aussicht gestellt. Wie der erste Gildeherr Uwe Seehafer auf Nachfrage der LZ erklärte, müsse über die Höhe der Summe allerdings noch intern beraten werden.

Mehr als 4,5 Millionen Euro Fördermittel für neue Halle

Die neue Mehrzweckhalle soll nicht klassisch mit einem Architekten, sondern einem Generalunternehmen geplant werden. „Das heißt, wenn wir diesen Auftrag zum Bau einer Halle erteilen – möglicherweise Ende nächsten Jahres –, dann wissen wir, was diese am Ende kosten wird“, erklärte Franke. Aus dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ soll Bienenbüttel eine Förderung in Höhe von aktuell 3,62 Millionen Euro zum Neubau erhalten. Auch der Landkreis Uelzen hat eine Million Euro an Unterstützung zugesichert. Insgesamt geht der Bürgermeister von rund drei Millionen Euro aus, die die Gemeinde aus eigener Kasse zahlen muss – sofern noch weitere Fördertöpfe angezapft werden könnten.

Aus Sicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden Christopher Tieding führt daran kein Weg vorbei: „Wir sollten da nicht zu klein denken, zumal ja eine Tribüne oder eine Schießbahn auch nicht so einfach nachgerüstet werden können.“ Sein Fraktionskollege Andreas Meyer pflichtete ihm bei: „Alle Vereine und Verbände, die vorher in der Ilmenauhalle ein Zuhause hatten, sollen in Zukunft auch im neuen Mehrzweckzentrum ein Zuhause finden. Da werden von unserer Seite aus keine Abstriche gemacht.“

Entscheidung für Mehrzweckhalle soll im Herbst 2021 fallen

Und so soll es nun weitergehen: Wenn der Verwaltungsausschuss grünes Licht für die Dreifelderhalle mitsamt Schießstand gibt, soll sich ein Arbeitskreis mit der Detailplanung befassen und die Auftragsvergabe angeschoben werden. Der Zeitplan der Verwaltung sieht vor, dass die Entscheidung zum abschließenden Bau und damit auch zur vollen Finanzierung des Mehrzweckzentrums im Oktober 2021 getroffen wird. Das hofft auch TSV-Vorsitzender Andreas Howe. Nach der Sitzung des Bauausschusses zeigt er sich gegenüber der LZ zuversichtlich. „Es wäre ganz fantastisch, wenn das eins zu eins so umgesetzt würde. Ist der erste Spatenstich getan, sind wir guter Dinge, dass das Projekt zu einem positiven Ende kommt.“

Von Anna Petersen