Freitag , 30. Oktober 2020
Der Busverkehr in Lüneburg wird uneingeschränkt laufen. Betroffen sind nur einige Linien im Amt Neuhaus, die die VLK Verkehrsgesellschaft bedient. Foto: be

Eine Million Euro für mehr Schulbusse

Lüneburg. Die Fraktion Die Linke im Lüneburger Kreistag nimmt überfüllte Schulbusse nicht mehr hin. „Wir halten die Situation für unerträglich, erst recht jetzt mit steigenden Fallzahlen“, sagt Fraktionsvorsitzender Markus Graff.

Für die nächsten Sitzungen des Mobilitätsausschusses und des Kreistags im November beantragt die Fraktion daher, überplanmäßig im Haushalt zunächst eine Million Euro einzustellen. Mit diesen Mitteln soll die Schülerbeförderung so umgestellt werden, dass ein Transport der Schülerinnen und Schüler so durchgeführt werden kann, dass eine Ansteckung minimiert wird. So der Wortlaut in dem schriftlichen Antrag.

Schülerbeförderung muss angepasst werden

„Aufwendig erstellte Hygienekonzepte in den Schulen werden zur Farce, wenn der Schülertransport ohne ausreichendes Corona-Konzept durchgeführt wird“, kritisiert Graff in seinem Schreiben an Landrat Jens Böther (CDU). Es müssten mehr Busse eingesetzt werden. „An dieser Stelle zu sparen, könnte dazu führen, dass ganze Schulen geschlossen werden müssten.“ Dies sei weder Schülern, Eltern und Lehrern zuzumuten. „Wir benötigen gerade jetzt in den bevorstehenden Wintermonaten eine der Situation angepasste Schülerbeförderung“, fordert er.

Die Strategie, den Unterrichtsbeginn zu entzerren, um so die Situation in den Griff zu bekommen, hält für wenig erfolgversprechend. Zumal mit Beginn der kalten Jahreszeit zusätzliche Schüler in die Busse drängen werden, weil sie vom Fahrrad auf den Bus umsteigen, ist er überzeugt. „Es wird noch enger werden“, befürchtet er.

Überfüllte Schulbusse sorgen für Unmut

Zudem wollen die Abgeordneten der Linken von der Kreisverwaltung wissen, welche Konsequenzen beim Landkreis aufgrund des LZ-Berichtes am 10. September über die überfüllten Busse gezogen wurden und wie sich die Situation aktuell darstelle. „Steht die Verwaltung in Kontakt mit anderen Schulträgern in anderen Landkreisen um von Erfahrungen dort zu profitieren?“ und „Ist es nach Ansicht der Kreisverwaltung zu verantworten, wenn auf der einen Seite umfangreiche Hygienekonzepte von den Schulen verlangt werden, auf der anderen Seite die Schüler in die Busse gepfercht werden?“, lauten weiteren Fragen an die Verwaltung.

Markus Graff appelliert an die anderen Kreistagsfraktionen, den Antrag der Linken zu unterstützen. „Bislang gab es immer eine große Einigkeit im Kampf gegen Corona. Ich hoffe, das bleibt so. Denn der Gesundheitsschutz hat oberste Priorität.“

Von Stefan Bohlmann