Samstag , 31. Oktober 2020
Immer wieder kontrolliert das Ordnungsamt gemeinsam mit der Polizei die Einhaltung der Corona-Vorschriften in Gaststätten. Das Foto entstand im Mai. Foto: phs

Falsche Kontaktdaten im Restaurant: „Im Zweifel den Gast nicht bedienen“

Lüneburg. Über so viel Prominenz hätte sich der Lüneburger Gastronom sicher gefreut. Doch dass es tatsächlich Bundeskanzlerin Angela Merkel war, die sich jüngst in einem Coffeeshop in der Innenstadt ein heißes Getränk gönnte, dürfte mehr als zweifelhaft sein. Auch Micky Maus und Pippi Langstrumpf dürften der Salzstadt wohl kaum die Aufwartung gemacht haben. Bund und Länder wollen dieses Ausfüllen von Kontakformularen mit Fantasienamen bei Gaststättenbesuchen künftig möglichst unterbinden, sowohl Gästen als auch Wirten drohen ab sofort Strafen. Beim Landkreis begrüßt man diese Sanktionen und will das korrekte Ausfüllen der Zettel auch kontrollieren. Denn: „Das konsequente Nachverfolgen von Kontakten ist einer der wichtigsten Bausteine, um die Verbreitung des Coronavirus zu verhindern“, sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann.

Gäste machen immer wieder falsche Angaben

Rund 130 Kontrollen hat das Ordnungsamt des Kreises in den vergangenen Wochen in Lüneburger Gastronomie-Betrieben durchgeführt. „Nach Aussagen der Wirte kommt es immer wieder vor, dass Gäste falsche Angaben machen“, schildert Holzmann. Es sei aber schwer abschätzbar, ob es sich um Ausnahmen handelt oder Falschangaben regelmäßig vorkommen. Auch in den nächsten Wochen wird weiter kontrolliert. Dabei nehmen die Kreismitarbeiter die Hygienekonzepte, Abstandsregeln, Maskenpflicht und die Datenerhebung in den Blick. „Bisher haben wir vor allem überprüft, ob und wie diese Kontaktdaten erhoben wurden. Künftig legen wir ein stärkeres Augenmerk darauf, ob die Angaben plausibel sind“, kündigt die Kreissprecherin an.

Für falsches Eintragen von Kontaktdaten in Gaststätten und Restaurants sind jetzt 50 Euro für die Besucher fällig, die die Gastronomen kann es der zehnstellige Betrag sein. Dabei sieht der Landkreis sowohl Gäste als auch Wirte in der Verantwortung: „Wenn ein Betreiber offensichtlich falsche Angaben entdeckt, ist er verpflichtet dies zu hinterfragen, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und den Gast im Zweifel nicht zu bedienen“, betont Katrin Holzmann. Auch eine Anzeige beim Ordnungsamt käme in Betracht. „Als Landkreis können wir Kontaktdaten-Verstöße nur feststellen, wenn wir direkt vor Ort sind und Gäste auf frischer Tat ertappen.“ Dann könnten sich die Kontrolleure den Ausweis zeigen lassen und bei Bedarf ein Bußgeld verhängen.

Bußgeld soll abschrecken

Der Landkreis setzt aber auch auf die Einsicht aller Beteiligten. „Aber ein Bußgeld-Tatbestand hat auch immer eine abschreckende Wirkung und wir erhoffen uns davon, dass dadurch weniger falsche Angaben gemacht werden“, sagt die Sprecherin.

Ein zweiter Kontrollschwerpunkt wird im Herbst und Winter die Wahrung der Abstandsregeln in den Gasträumen sein. Anderthalb Meter müssen Gäste verschiedener Tische voneinander entfernt sitzen, dazu müssen die Räume regelmäßig gelüftet werden – gerade für die Betreiber kleiner Restaurants und Kneipen dürften diese beiden Anforderungen die größte Herausforderung sein. Schließlich ist es für sie dann kaum noch möglich, auf die nötigen Umsätze zu kommen.

Von Thomas Mitzlaff