Freitag , 30. Oktober 2020
So soll die neue Kita in Scharnebeck aussehen. Grafik: op. architekten

Scharnebeck wächst

Scharnebeck. Gleich mehrere Pflöcke für die weitere Entwicklung Scharnebecks hat der Bauausschuss der Gemeinde eingeschlagen. Bei der jüngsten Sitzung brachten die Mitglieder das Neubaugebiet Scharnebeck-Nord, den Kita-Neubau in diesem und die Erweiterung der Gewerbeflächen Kringelsburg auf den Weg.

Schon recht fortgeschritten ist die Planung für den Kita-Neubau im künftigen Baugebiet. Das Gebäude will die Gemeinde am Dr. Karl-Heinrich-Weg bereits im Vorhinein errichten, ehe die ersten Häuser stehen. „Den Bauantrag reichen wir jetzt beim Landkreis Lüneburg ein“, berichtet Bürgermeister Hans-Georg Führinger (CDU). Zunächst beginnt die Kommune das Projekt sachte und in abgespeckter Form. Die Modulbauweise macht es möglich. „So starten wir mit dem Bau von Räumen für zwei Gruppen“, sagt Führinger. Dann können 50 Mädchen und Jungen in dem neuen Kindergarten betreut werden.

Sollte sich herausstellen, dass mehr Platz benötigt werde, könne jederzeit nach Bedarf aufgestockt werden: bis zu sechs Gruppen. Und noch eine Option hat die Gemeinde am Standort. „Wir sind flexibel. Sollte sich abzeichnen, dass wir zudem Krippenplätze benötigen, können wir das Gebäude dementsprechend ausbauen. Schlafräume wären kein Problem.“

Jede Familie soll einen Kita-Platz vor Ort bekommen 

Ihm und dem Rat sei es wichtig, dass jede Scharnebecker Familie und jede, die neu zuzieht, die Möglichkeit erhält, Kinder in einer Kita vor Ort unterzubringen.

Für den ersten Bauabschnitt plant die Gemeinde Kosten von zwei Millionen Euro ein. „Das Gesamtpaket dürfte bei rund fünf Millionen Euro liegen. Aber nur in dem Fall, wenn wir wirklich komplett das Maximum ausnutzen und am Ende tatsächlich Räume für sechs Gruppen bauen.“ Dass der Bedarf für einen Kita-Neubau auch schon ohne das künftige Baugebiet da ist, untermauern die Zahlen. „Wir sind nahezu ausgelastet in unserem Kindergarten, in dem es etwa 180 Plätze gibt.“ Bis zur Fertigstellung des Neubaus müssen weiterhin zwei Container den schon jetzt bestehenden zusätzlichen Raumbedarf mit abdecken. Führinger geht davon aus, 29dass die Bauarbeiten an der künftigen Kindertagesstätte bis spätestens zum Frühjahr 2022 abgeschlossen sind. „Möglicherweise auch schon früher, zum Beginn des Kindergartenjahres 2021/2022.“

In den Startlöchern stehen die Scharnebecker darüber hinaus mit ihrem Neubaugebiet Scharnebeck-Nord an der Echemer Straße. Die Satzung für den Bebauungsplan ist in Arbeit. Was noch fehlt, ist der städtebauliche Vertrag mit dem Erschließungsträger für das Areal. „Wir verhandeln aktuell mit der Scharnebecker Erschließungs- und Baugesellschaft darüber“, sagt Führinger. Überdies müsse der Erschließungsträger noch acht bis neun Grundstücke von den bisherigen Eigentümern erwerben.

Bereits rund 260 Interessenten für Bauland 

„Wenn das alles erledigt ist, wird der Rat die Satzung beschließen. Ich gehe davon aus, dass dies noch in diesem Jahr über die Bühne gehen wird“, gibt sich der Bürgermeister optimistisch. Die Nachfrage nach Bauland sei bereits riesig. „Seit 2016 haben wir 260 Interessenten unverbindlich auf einer Warteliste notiert.“ Viele von ihnen sind aus Scharnebeck selbst, rund 70, sagt er. „Die anderen kommen aus den umliegenden Orten, aber auch aus den Hamburger Randgebieten.“

Nicht alle werden ein Baugrundstück abbekommen. „Das Neubaugebiet ist für 86 Einfamilien- und drei Mehrfamilienhäuser ausgelegt.“ Das entspreche rund 100 Wohneinheiten für schätzungsweise 300 Menschen.

Die Gemeinde will nicht nur Wohnraum schaffen, sondern auch weitere Gewerbeflächen vorhalten. Die dafür nötige Erweiterung des Gewerbegebietes Kringelsburg segnete der Bauausschuss ab. „Den endgültigen Beschluss fällt der Verwaltungsausschuss wohl noch in diesem Jahr“, meint Führinger. Den Vorrat an Gewerbeflächen wollen sich die Scharnebecker anlegen, weil sie durch die Nähe zur Autobahn 39 und den Neubau der Schleuse am Schiffshebewerk mit einer steigenden Nachfrage in den kommenden Jahren rechnen.

Von Stefan Bohlmann