Mittwoch , 21. Oktober 2020
Wahlkampf 2017: Jens Spahn (Mitte) bummelte mit den Lüneburger Kandidaten für Bundes- und Landtagswahl, Eckhard Pols (re.) und Alexander Schwake, über den Wochenmarkt. Foto: A/be

Pols ist für Spahn

Lüneburg. In der seit Wochen schwelenden innerparteilichen Diskussion um die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer im CDU-Parteivorsitz und wer für die Union 2021 im Rennen um die Kanzlerschaft antritt, wagt sich Lüneburgs CDU-Bundestagsabgeordneter Eckhard Pols jetzt nach vorn. „Spahn for Kanzler“, schrieb der Parlamentarier am Montag auf Facebook unter einen Artikel des landespolitischen Informationsdienstes „Rundblick“.

Pols reagierte damit auf den Vorstoß des niedersächsischen CDU-Nachwuchses. Der Landesvorsitzende der Jungen Union, Christian Fühner, hatte sich zuvor für den bayrischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder als Kanzlerkandidaten ausgesprochen.

Pols plädierte für Merkels Rückzug

„Der einzig richtige, der sich in den letzten Wochen und Monaten herausgestellt hat, ist Jens Spahn“, betont der Abgeordnete, warum er in Spahn sowohl den künftigen Parteivorsitzenden als auch Kanzlerkandidaten sieht: „Er ist der einzige, der die ganze Partei, alle Strömungen und Gliederungen mitnehmen kann.“ Und er finde Antworten, „wo andere nur rumwubbeln“, erklärt Pols auf Nachfrage der LZ.

Lüneburgs Mann in Berlin ist öfter für einen unorthodoxen Vorschlag gut. So plädierte Pols vor knapp zwei Jahren – kurz vor Merkels damals überraschendem Rückzug vom Parteivorsitz – dafür, dass die Kanzlerin im Laufe des Jahres 2020 sich als Regierungschefin zurückziehen solle, um einen geordneten Übergang vor der Bundestagswahl 2021 einzuleiten.

CDU-Kreisvorsitzender hält sich zurück

Bevor die Union die Kanzlerfrage entscheidet, steht Anfang Dezember die Wahl zum Parteivorsitz an. Hier wurde zuletzt in Parteikreisen der Ruf nach Spahn lauter, der sich bislang als Unterstützer und Tandem-Partner von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet positioniert hat.

Lüneburgs CDU-Kreisvorsitzender Felix Petersen hält sich hier zurück: „Wir machen kurz vor dem Parteitag wieder einen Meinungsbildungsprozess mit Abfrage des Stimmungsbildes innerhalb des Kreisverbandes“, kündigt er an. Da wolle er zuvor „in den Wettbewerb nicht eingreifen“.

Schwanke erwartet enges Rennen

Die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes will auch dessen Vorsitzender Alexander Schwake vorab befragen. Derzeit rechnet er mit einem engen Ausgang zwischen Armin Laschet und Friedrich Merz. Zugleich gibt er sich als Fan des Gesundheitsministers zu erkennen: „Wir müssen jünger werden.“ Er stehe daher „110-prozentig“ hinter Spahn. Eine Chance räumt Schwake diesem indes nur ein, wenn Laschet zuvor den Weg freimachen sollte.

Alexander Schwake und der Vizechef der Kreis-CDU, Steffen Gärtner, sind die beiden Christdemokraten aus dem Landkreis Lüneburg, die am 7. Dezember als Delegierte über den künftigen CDU-Parteichef mitentscheiden dürfen. Auch Gärtner verweist darauf, dass er das „Stimmungsbild unserer Mitglieder“ abwarten wolle. „Je nachdem wie eindeutig das ist, fühle ich mich auch daran gebunden.“ Jens Spahn kandidiere aktuell nicht als Parteivorsitzender, sondern unterstütze die Kandidatur von Laschet. „Solange sich daran nichts ändert, beschäftige ich mich mit der Option nicht wirklich“, sagt Gärtner.

Von Marc Rath