Samstag , 31. Oktober 2020
Martin Meier-Schütze ist seit Juli offizieller Schulleiter der IGS Lüneburg. Foto: t&w

„Das iPad ist das neue Schulbuch“

Lüneburg. Ein Unbekannter ist Martin Meier-Schütze für Eltern und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Lüneburg nicht. Schließlich ist er schon seit 2014 stellvertretender, seit Oktober 2018 gar kommissarischer Schulleiter in Kaltenmoor. „Ich hatte also genug Zeit, um mir die Arbeit eines Direktors anzuschauen“, sagt der 51-Jährige. Denn inzwischen ist er offiziell Schulleiter – und als solcher hat er einiges vor an der IGS Lüneburg.

„Besonders am Herzen liegt mir die Digitalisierung unserer Schule“, erläutert Meier-Schütze. Die bereits bestehenden iPad-Jahrgänge sollen noch ausgeweitet und es soll möglichst allen Schülern ein Zugang zu den Tablets ermöglicht werden. „Die Frage, wer für das Gerät aufkommt, wenn eine Familie sich dieses nicht leisten kann, wird uns in der kommenden Zeit noch intensiv beschäftigen“, vermutet er. Ziel sei es, dass ein iPad für jeden Schüler Standard wird – kein Luxusprodukt. „Es muss sich in den Köpfen festsetzen, dass ein iPad das neue Schulbuch ist.“

„Es ist mir wichtig, dass die IGS eine stabile Oberstufe behält.“ – Martin Meier-Schütze

Der zweite Aspekt, der auf der Liste des neuen Schulleiters steht, ist der Ausbau des Abiturs. „Es ist mir wichtig, dass die IGS eine stabile Oberstufe behält, die weiterhin wächst.“ Vor zwei Jahren absolvierten die ersten Schülerinnen und Schüler ihr Abitur an der Schule, 63 waren es damals. „2019 waren es dann schon um die 70 und in diesem Jahr mehr als 80.“ Damit diese Zahl weiter steigt, soll das Angebot der IGS ausgebaut werden.

„Wir wollen den musischen Bereich stärken, aber auch den Sportbereich. Schließlich sind wir derzeit die einzige Schule in Lüneburg, an der man Sport als Leistungskurs belegen kann“, sagt Meier-Schütze.

Von Seoul zurück in die Heimat

Ein weiteres Thema, dem sich der Schulleiter in den nächsten Jahren verstärkt widmen möchte, ist die Inklusion. Rund 4,5 Prozent der aktuell 1148 Schülerinnen und Schüler an der IGS haben einen festgestellten erhöhten Förderbedarf. „Ich möchte die Betreuung dieser Schüler und die Zusammenarbeit der Lehrkräfte in diesem Bereich verbessern.“

Martin Meier-Schütze selbst hat am Johanneum sein Abitur gemacht, sein Referendariat am Studienseminar in Lüneburg und an einem Gymnasium in Winsen absolviert. Danach arbeitete er mehrere Jahre an einem Gymnasium in Ostfriesland. Bevor er zurück nach Lüneburg kam, war er sechs Jahre lang stellvertretender Leiter in einer deutschen Schule in Seoul, der Hauptstadt von Südkorea. lvc