Eigentlich solte das Gemeindehaus zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden, doch diese Pläne liegen nun auf Eis (Foto: privat).

Umbau gestoppt: Projekt Gemeinschaftshaus Mechtersen zu teuer

Mechtersen. Einen Dämpfer haben die Pläne für ein Dorfgemeinschaftshaus in Mechtersen bekommen. „Der Rat hat einstimmig die Reißleine gezogen, weil die Gemeinde die Kosten für das Projekt in der sich abzeichnenden Größenordnung nicht wuppen kann“, berichtet Bürgermeister Uwe Luhmann (CDU). Vorerst liege das Vorhaben nun auf Eis, sagt er.

Da der Ort an der Dorfentwicklung teilnimmt, zusammen mit Vögelsen und Radbruch eine Region in dem Förderprogramm des Landes bildet, hatte ein Arbeitskreis bereits konkrete Ideen für den Umbau des bisherigen Gemeindehauses zum Dorfgemeinschaftshaus entwickelt. Künftig soll dieses für gemeindliche und private Veranstaltungen zur Verfügung stehen und im Dachgeschoss Platz bieten für eine Wohnung und ein Büro, das die Gemeinde vermietet.

Kosten nach Begutachtung in die Höhe geschossen

Doch die Kosten für den angedachten Umbau seien nach einer Untersuchung des Gebäudes durch die Architekten in die Höhe geschossen, erklärt Luhmann. Der Zahn der Zeit habe schon kräftig am Gebäude genagt. „Die Grundsubstanz verlangt eine Kernsanierung und die ist ein echter Kostentreiber. Sie würde mit mehr als einer Million Euro zu Buche schlagen.“

Abzüglich der Förderung über das Dorfentwicklungsprogramm bliebe für die Gemeinde ein Eigenanteil von 550 000 Euro für den Umbau. „Zu viel“, sind sich Rat und Bürgermeister einig. „Wir könnten maximal 300 000 aus unserem Haushalt stemmen“, sagt Luhmann. Das gebe die Rücklage her, allerdings müsste die Gemeinde ein Drittel der Kosten darüber hinaus mit einem Kredit finanzieren.

Neuer Förderantrag kann 2021 gestellt werden

„Das Projekt ist nicht gestorben. Aber Rat und Arbeitskreis müssen nun darüber diskutieren, wie die Umbaukosten reduziert werden können, wo es Einsparpotenziale gibt“, zeigt der Bürgermeister die Aufgabenstellung für die nächsten Monate auf. Ein Förderantrag für das Projekt sei für dieses Jahr hinfällig. „Einen neuen könnten wir nächstes Jahr stellen, wenn es der Rat so beschließt.“

Das ehemalige Schulgebäude wurde 1879 gebaut. Derzeit beherbergt es das Gemeindebüro, einen kleinen Bibliotheksraum, den selbstverwalteten Jugendraum für die jungen Leute in der Gemeinde sowie eine Hausmeisterwohnung im Obergeschoss.

Gemeindehaus ist natürlich gewachsener Treffpunkt für den Ort

In der Projektbeschreibung des Arbeitskreises ist zu lesen, dass das Gebäude mit dem Kindergarten und der Feuerwehr sowie einem angrenzenden Wohnhaus als Ensemble einen schönen Dorfplatz in der knapp 690 Einwohner zählenden Gemeinde darstelle. Schon heute diene dieser auch dank einer gut genutzten Boulebahn als Treffpunkt. „Das Gemeindehaus im Ortseingangsbereich bildet zusammen mit Kindergarten und Feuerwehr einen natürlich gewachsenen, zentralen Treffpunkt im Ort Mechtersen“, heißt es.

So soll es bleiben. „Der Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses wäre auch eine theoretische Option“, meint Luhmann, der aber gleichzeitig diese Überlegung verwirft: „Wir können nicht einfach das Altgebäude abreißen, schließlich gehört es zum Dorfbild.“ Zudem sei das Dorfentwicklungsprogramm dafür gedacht, alte Substanz wie das einstige Schulhaus zu erhalten. „Damit wäre ein Neubau wohl auch gar nicht förderfähig.“ Weder am derzeitigen Standort, noch an einem anderen. „Wir müssten erst einmal eine taugliche Fläche dafür finden.“

Von Stefan Bohlmann