Marketing-Chef Lars Werkmeister hofft auch auf mehr Geld aus dem Rathaus (Foto: t&w).Marketing Lüneburg

Stadtmarketing schlägt Salzstadtpartnerschaft vor

Lüneburg. Eckdaten eines neuen Konzepts, mit dem die Vermarktung Lüneburgs zukunftsträchtig aufgestellt werden soll, hatte Marketing-Chef Lars Werkmeister bereits im vergangenen Wirtschaftsausschuss skizziert. In der aktuellen Sitzung ging es darum, wie seine Mannschaft künftig finanziell ausgestattet sein müsste. Eine Million Euro sind aus seiner Sicht für die Grundfinanzierung notwendig. Die Stadt als größter Mitgesellschafter müsste dann voraussichtlich im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen.

Dass die Lüneburg Marketing GmbH (LMG) mehr Geld braucht, ist seit Jahren bekannt. Denn die Ausgaben und Einnahmen halten sich nur schwerlich die Waage. „Zirka 400.000 Euro müssen wir pro Jahr verdienen.“ Die Tourist-Info habe über Jahre dafür gesorgt, dass bis zu 300.000 Euro in die Kasse kamen. Doch inzwischen buchen viele Reisefreudige und Geschäftsleute über Portale wie booking.com. Unter anderem dadurch werden die Geschäfte der Tourist-Info schlechter. Die Corona-Pandemie habe noch einmal gezeigt, welche Folgen es habe, wenn deren Einnahmen wegbrechen. Aktuell sei ein Defizit von rund 150.000 Euro für das laufende Jahr möglich.

Idee: Mehr Einnahmen durch Salzstadtpartner-Kooperation

Die Stadt gewährt pro Jahr einen Zuschuss von 430.000 Euro. Für das aktuelle und das nächste Jahr wird sie aufgrund der Corona-Krise einen Sonderzuschuss von 100.000 Euro bereitstellen. Die anderen sieben Gesellschafter zahlen gemeinsam 75.000 Euro. Mehr ist in der aktuellen Situation auch nicht drin, hätten sie Werkmeister deutlich gemacht. 75.000 Euro fließen in Summe außerdem von aktuellen Kooperationspartnern wie beispielsweise vom Salü oder der Sparkasse.

Als eine Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen zu generieren, sieht Werkmeister das Beispiel Bielefeld-Partner: In der ostwestfälischen Uni-Stadt nutzen private Unternehmen das Knowhow und die Kontakte des dortigen Marketings. Sie werden eingebunden in Kampagnen und sind Event-Partner. Das spült Geld in die Kasse.

Für Lüneburg könnte sich der Marketingchef eine Salzstadtpartner-Kooperation vorstellen. Dabei würde die Marketing GmbH den Unternehmen Hilfestellungen bei der Gewinnung von Fachkräften und zur Betreuung von neuen Mitarbeitern am Standort Lüneburg leisten. Die Unternehmen würden vernetzt auf einer Salzstadtpartner-Website, würden eingebunden in Aktionen der Marketinggesellschaft. Werkmeister geht davon aus, dass so der private Anteil auf maximal 175.000 Euro gesteigert werden könnte. Allerdings brauche der Aufbau zwei bis drei Jahre Zeit. Unter dem Strich würde das bedeuten, dass die Stadt mindestens zusätzliche Zuschüsse in Höhe von 320.000 Euro leisten müsste.

Das sagen die Fraktionen zu der Idee

Philipp Meyn (SPD), der auch im Aufsichtsrat der LMG sitzt, zeigte sich optimistisch, was das künftige Konzept angehe. „Zum Nulltarif gibt es eine zukunftsfähige Ausrichtung der Marketing natürlich nicht.“ Für die Gesellschaft sehe er gute Möglichkeiten mit der Vernetzung der Wirtschaft. Frank Soldan (FDP) wollte wissen, warum nicht mehr Gesellschafter ins Boot geholt würden, anstatt über Zuschüsse das Delta auszugleichen.

Werkmeister erklärte, dass über das Partnerprogramm auch Unternehmen an die Gesellschaft gebunden werden könnten, nur weniger formal. Michèl Pauly (Linke) meinte: „Erst einmal muss doch feststehen, wo wir hin wollen. Dann müssen wir schauen, ob uns es das wert ist, die Zuschüsse zu erhöhen.“ Dem entgegnete Werkmeister, dass diese Frage bereits im Konzept beantwortet sei und es gegebenenfalls noch einmal ausführlicher erläutert werden müsste. Wolfgang Goralczyk (CDU) lobte das Angebot Werkmeisters, dass dieser zu weiteren Informationen in die Fraktionen gehen will.

Von Antje Schäfer