Das Gebäude der Uni am Wilschenbrucher Weg 84. Hier begann Lüneburgs akademisches Leben. Werden hier bald Gymnasiasten auf das Studium vorbereitet? Foto: t&w

Gekommen, um zu bleiben?

Lüneburg. Schon längst laufen Schüler über die Linoleum-Fußböden des ehrwürdigen Gebäudes im Wilschenbrucher Weg 84. Die Jahrgänge 12 und 13 der Wilhelm-Raabe-Schule waren Anfang September in die Uni-Keimzelle ausgelagert worden, um die Raumnot des Gymnasiums zu lindern (LZ berichtete). Irritationen gibt es jetzt, wie lange dieser Zusand anhalten soll.

In der Sitzung des Schulausschusses des Rates der Stadt Lüneburg am 20. Februar waren die Bauplanungen für die Gymnasien vorgestellt worden, die nach der Beerdigung des Turbo-Abis wieder die neun Jahrgänge von 5 bis 13 unterbringen müssen. Für die Wilhelm-Raabe-Schule waren dabei der Ausbau und die veränderte Nutzung des Dachgeschosses bis zum dritten Quartal 2023 angekündigt worden (LZ berichtete). Die Einrichtung einer Schul-Außenstelle, wie in dem alten Uni-Gebäude, bedarf nach dem Landesschulgesetz eines Antrags des Schulträgers und einer Genehmigung der Landesschulbehörde. Für den Antrag muss allerdings der Stadtelternrat beteiligt werden.

Schüler lernen in Uni-Gebäude

In einem Schreiben an dieses Gremium, das der LZ vorliegt, erbittet der Fachbereich Soziales und Bildung eine Stellungnahme vom Stadtelternrat. In dem Brief aber steht: „Bis zum Abschluss der Bauarbeiten, voraussichtlich bis zum 3. Quartal 2024, ist mit der Schulleitung (...) vereinbart worden, dass die Jahrgänge 12 und 13 in eine Außenstelle ausweichen.“ Von der LZ auf die um ein Jahr verlängerte Übergangsphase angesprochen, antwortete Stadtpressesprecherin Emilia Püschel: „Nach derzeitigem Planungsstand ist die Fertigstellung des Dachgeschossausbaus weiterhin zum 3. Quartal 2023 avisiert.“ Sie bestätigte, dass die Stadt und die Universität zum 1. November einen Mietvertrag abschließen wollen. Bis dato lernen die Schüler auf Basis einer Überlassungsvereinbarung im Uni-Gebäude. Welche Miete die Stadt pro Quadratmeter an die Leuphana zahlen wird, wollte die Verwaltung nicht preisgeben. „Die Details sind Sache der Vertragspartner.“ Als üblich gelten im Roten Feld für vergleichbare Objekte 8,50 bis 11,50 Euro.

Den Gymnasiasten der Wilhelm-Raabe-Schule dürfte egal sein, was die Stadt der Universität überweist. Nicht egal ist ihnen aber sicherlich, wie lange die Linoleumböden der Außenstelle Teil ihres Schulalltags bleiben.

Von Joachim Zießler