Trafen sich zur symbolischen Übergabe des Wegenetzes: Die Landesbeauftragte Monika Scherf, Bürgermeister Andreas Gehrke sowie die Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaften in den Flurneuordnungsverfahren. Foto: ArL

Das Netz ist komplett

Amt Neuhaus. Die letzten Baumaßnahmen des Großprojektes sind beendet, das Wegenetz ist komplett: Entstanden sind 180 Kilometer neue Wirtschaftswege. Sie sollen die Bedingungen für Landwirtschaft und Naturschutz in der Gemeinde Amt Neuhaus verbessern. Zur symbolischen Übergabe des neuen Wegenetzes traf sich die Landesbeauftragte Monika Scherf jetzt mit Bürgermeister Andreas Gehrke sowie Teilnehmern der Flurbereinigungsverfahren. Die Verfahren werden vom Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg betreut.

„Ich freue mich, dass das Großprojekt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung zum Abschluss kommt und wir so viel Positives für die Gemeinde Amt Neuhaus erreichen konnten“, sagte die Landesbeauftragte bei der Übergabe. Seit der Wiedervereinigung wurden im Amt Neuhaus mehr als 50 Millionen Euro Fördermittel in die Dorferneuerung und in die Neuordnung der Flurstücke investiert. Das geht aus einer Pressemitteilung des Amtes hervor.

Folgen der DDR-Agrarpolitik

Zu diesen Verfahren gehört auch eine umfassende Anpassung des Wirtschaftswegenetzes. „In der Gemeinde Amt Neuhaus waren Eigentumsflächen häufig nicht mehr erreichbar. Zugleich waren Wirtschaftswege örtlich nicht mehr vorhanden, sondern in größeren landwirtschaftlichen Flächen untergegangen – eine Folge der Agrarpolitik der DDR. Mit dem nunmehr wiederhergestellten Wegenetz können Landwirte ihre Flächen besser erreichen“, erklärt Dr. André Riesner, der beim Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg den Bereich Flurneuordnung und Landmanagement leitet.

Die insgesamt elf Verfahren auf den Gebieten der Stadt Bleckede und der Gemeinde Amt Neuhaus sind für ihn und sein Team mit mehr als 25 000 Hek­tar Fläche und mehr als 3700 Beteiligten ein Großprojekt. Hierbei ging es stets auch darum, die nach der Wiedervereinigung notwendigen öffentlichen Vorhaben mit den vielen unterschiedlichen privaten Interessen der Grundstückseigentümer in Einklang zu bringen.

Positiver Begleit-Effekt

Neben wichtigen Deichbauvorhaben wurden im Zuge der Flurneuordnungen beispielsweise auf Grund der naturräumlichen Einzigartigkeit im Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“ viele Flächen zusammengelegt und für Naturschutzzwecke ausgewiesen. Auch 60 Kilometer neue Obstbaumalleen mit mehr als 8400 Bäumen sind ein positiver Begleit-Effekt der umfangreichen Verfahren. Die Hälfte der Verfahren ist bereits abgeschlossen, bei den anderen läuft als letzter Schritt noch eine sogenannte Ausführungsanordnung. lz