An der Schule Lüne entsteht zwischen den beiden bestehenden Trakten ein Neubau, in dem neben Klassenräumen im 2. Obergeschoss auch die Mensa untergebracht werden soll. Foto: t&w

Das Millionen-Programm für 2021

Lüneburg. Das historische Rathaus will gepflegt, die in die Jahre gekommenen Schulen wollen modernisiert, der wachsende Bedarf an Kinderbetreuung muss gedeckt werden – und das alles kostet eine Menge Geld. Die Stadt Lüneburg wird deshalb tief in die Tasche greifen und manchen Kredit aufnehmen müssen, um alle Vorhaben realisieren, alle Gebäude um-, aus- oder neu bauen zu können. Wo sie in den kommenden Monaten wie viel Geld und wofür zu investieren gedenkt, das stellte die Verwaltung jetzt im Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung vor.

Maja Lucht vom Fachbereich Gebäudewirtschaft skizzierte die einzelnen Vorhaben für 2021.

Das Wichtigste im Überblick:

Sporthallen Kaltenmoor: Nachdem die beiden Sporthallen so gut wie fertig sind und inzwischen auch genutzt werden, sollen im kommenden Jahr noch Fahrradabstellplätze entstehen: 400 überdachte Plätze gegenüber den Hallen und weitere um das Gebäude herum. Sie können dann auch von den Schülern der benachbarten IGS genutzt werden. Kosten: 240 000 Euro.

Awo-Familienzentrum Kaltenmoor: Der Komplex auf dem Areal, auf dem zuvor eine Parkpalette stand, ist aktuell im Bau. Herzstück ist eine Kita mit fünf Kita- und drei Krippengruppen. Im Sommer nächsten Jahres soll sie in Betrieb gehen. 6,48 Millionen Euro kostet sie inklusive Dachterrasse und Außenbereich mit Garten, 4,18 Millionen Euro kommen aus Fördertöpfen, sodass die Stadt knapp 2 Millionen Euro selbst schultern muss.

Schulen

Igelschule: Die Grundschule wächst, wird statt drei- künftig vierzügig. Um auch den geänderten Bedarf durch die Ganztagsschule zu befriedigen, entstehen sieben neuen Unterrichtsräume und sechs Gruppenräume. Der Brandschutz wird gleich mit ertüchtigt. Gut 4 Millionen Euro stehen im Etat. Noch nicht berücksichtigt ist dort die neue Zwei-Feld-Turnhalle, die die bereits abgerissene Ein-Feld-Turnhalle ersetzen wird.

Heiligengeistschule: Die Turnhalle verschwindet (die Schüler nutzen fortan die Halle der St.-Ursula-Schule), an gleicher Stelle wird aktuell schon gebaut für die neue Mensa. Räume werden für das Ganztagsangebot ausgebaut, Brandschutz und Elektrotechnik werden auf Vordermann gebracht. Kosten: 5,57 Millionen Euro.

Schule Lüne: Die Grundschule bekommt einen neuen Mittelbau, in den neben Unterrichts- und Gruppenräumen auch die Mensa Platz finden wird. Hinzu kommen Umbauten im Bestandsgebäude, ein Aufzug, die Brandschutzertüchtigung und eine Lärmschutzwand. Gesamtkosten: 5,78 Millionen Euro.

Anne-Frank-Schule: Die Mensa bietet aktuell nur Platz für 80 Kinder, sodass in drei Schichten zu Mittag gegessen wird. Durch eine Erweiterung (Kosten: 733 000 Euro) auf 180 Plätze soll das ab 2022 in zwei Schichten möglich sein. Ein Musikraum wird dazu verlagert, ein Werkraum wird im geplanten neuen Gebäude für Hortkinder untergebracht.

Hort Kaltenmoor: Neben der Anne-Frank-Schule entsteht für 1,93 Millionen Euro ein Gebäude für fünf Hortgruppen und weitere Fachräume der Grundschule.

Herderschule: An der ewigen Dauerbaustelle werden auch in den kommenden Jahren Handwerker ein- und ausgehen. Die Erweiterung zur Unterbringung des zusätzlichen Jahrgangs laufen. Im Anschluss (2023/2024) soll der Sanierungsfall Aula – ebenfalls ein Dauerthema – angegangen werden. Zuletzt waren vor den Corona-Beschränkungen nur noch 200 Besucher zugelassen. Im selben Zeitraum sollen die Außenanlagen, vor allem der Vorplatz, umgestaltet werden, wo aktuell Container und Waschbeton das Bild bestimmen. Gesamtkosten: 7,12 Millionen Euro.

Wilhelm-Raabe-Schule: Schon fertig sind die Mensa und einige Sanierungen im Altbau. Um den zusätzlichen Jahrgang dauerhaft an der Feldstraße unterbringen zu können – derzeit hat das Gymnasium eine Außenstelle im ehemaligen Uni-Komplex am Wilschenbrucher Weg – sollen bis Herbst 2023 rund 700 derzeit ungenutzte Quadratmeter im Dachgeschoss umgebaut werden. Im Anschluss stehen im dann laufenden Betrieb aller Schüler an einem Standort noch einige Arbeiten in der Aula und in den Treppenhäusern an. 5,33 Millionen Euro sind für alle genannten Arbeiten eingeplant.

Johanneum: Der Neubau, bei dem es Probleme mit der Raumluft gibt, soll um drei Unterrichtsräume wachsen und in dem Zuge auch eine Lüftungsanlage bekommen. Anders als zunächst geplant, wird der Neubau nicht aufgestockt, stattdessen wird die Schule einen weiteren Anbau bekommen, um die Unterbringung des zusätzlichen Jahrgangs und auch die gewachsene Zügigkeit bewerkstelligen zu können. Als Zwischenlösung dienen Container. Zusätzliche Fahrradabstellanlagen sind geplant, die Außenanlagen werden neu gestaltet. Macht alles in allem inklusive weiterer Sanierungen im Bestand 8,84 Millionen Euro.

IGS Lüneburg: Neben den neuen Fahrradabstellmöglichkeiten (siehe unter Sporthallen Kaltenmoor) stehen hier die Umgestaltung des Vorplatzes und die Modernisierung der Brandschutztechnik an. 781 000 Euro sind dafür bis 2023 eingeplant.

IGS Kreideberg: Die Sanierung und Erweiterung des alten Christianischulkomplexes wird fortgesetzt. Ein Modulanbau in Holzoptik, der bei Bedarf in ein paar Jahren auch wieder abgebaut und an anderer Stelle genutzt werden könnte, würde rund 2,6 Millionen Euro kosten. Er könnte auch vom benachbarten Stadtteilhaus Kredo mitgenutzt werden.

Oberschule am Wasserturm: Der Umbau im Bestand, die Verlagerung der Mensa in die Außenstelle der Johannes-Rabeler-Schule und die Erneuerung der Außenanlagen inklusive eines Basketballfeldes ähnlich dem an den sanierten Sporthallen in Kaltenmoor werden am Ende rund 2,56 Millionen Euro verschlingen. Geplante Fertigstellung: 2022/2023.

Johannes-Rabeler-Schule: Für die Förderschule soll das Haus 2 auf dem Schulgelände aufpoliert werden, unter anderem Akustikdecken, einen Aufzug, moderne EDV und eine Teeküche erhalten. Im Jahr 2022 sind dann die Außenanlagen dran. 760 000 Euro soll das Ganze kosten.

Neue Sporthallen: Vier neue Sporthallen als Ersatz für alte Hallen werden bis 2024 gebaut: an der Schule Lüne, an der Igelschule, am Hasenburger Berg und im Hanseviertel. Hier ist die Stadt nicht selbst Bauherr, die Bauvorhaben sollen als sogenannte PPP-Verfahren realisiert werden. Das heißt: Ein Investor baut, die Stadt mietet die Hallen.

Sporthalle Lünepark: Ein befestigter Parkplatz soll her, Haustechnik und Brandschutz stehen ebenfalls auf der To-do-Liste. 310 000 Euro sind dafür eingeplant.

Kita Lüne: Die Erweiterung der Küche und des Speiseraums ist mit 400 000 Euro veranschlagt.

Politik, Kultur und Sport

Klosterhof: Die Sanierung, die Modernisierung des Brandschutzes und Arbeiten zum Erhalt der Statik verschlingen 1,6 Millionen Euro.

Rathaus: Die Dachsanierung am Fürstensaalflügel schlägt mit 923 000 Euro im Haushalt zubuche, hier sind Fördermittel eingeplant. Die Ertüchtigung und Erweiterung der Brandmeldeanlage kostet stolze 660 000 Euro, ein barrierefreier Zugang und ein Treppenlift am Eingang Marktplatz sind mit 250 000 Euro kalkuliert. Statische Sanierung und die Vorbereitung des Erdgeschosses im Gerichtslaubenflügel für Besuchergruppen wird wohl 790 000 Euro verschlingen.

Stadtteilhaus Oedeme: Der Bau auf dem Gelände der ehemaligen Reiterbar war bekanntlich etwas nach hinten geschoben worden, 2021 soll er starten, im dritten Quartal 2022 ist die Einweihung geplant. Das Haus mit Jugendbereich, Veranstaltungsraum, Küche, Büros und Sanitäranlagen wird etwa 2 Millionen Euro kosten.

Feuerwache Ost: Um sicherzustellen, dass die Feuerwehr im Fall des Falles im gesamten Stadtgebiet schnell vor Ort ist, wird im Osten eine neue Feuerwache einschließlich Werkstätten gebaut, sie entsteht neben dem Johanneum an der Theodor-Heuss-Straße. Auch hier wird ein PPP-Verfahren geprüft, sodass die Kosten für die Stadt zunächst bei überschaubaren 625 000 Euro lägen.

Salzmuseum: Für die Sanierung des Gebäudes und die Schaffung zusätzlicher Ausstellungsflächen in den Jahren 2021 bis 2024 sind 700 000 Euro eingeplant.

MTV Treubund: Auf dem Vereinsgelände im Hasenburger Grund soll ab 2022 und bis 2023 ein neues Umkleidegebäude entstehen, die Stadt will sich mit 650 000 Euro daran beteiligen.

Von Alexander Hempelmann