Ein Mitarbeiter, der als "ansteckend" eingestuft wird, darf zumindes zeitweise nicht an seinen Arbeitsplatz zurückehren. In etlichen Jobs ist Home-Office die Lösung. Foto: Adobe Stock

Quarantäne – wer zahlt?

Lüneburg. Die Zahl der Corona-Fälle im Kreis Lüneburg steigt. Für Bürger, die sich in Quarantäne begeben müssen, stellen sich neben gesundheitlichen auch arbeitsrechtliche Fragen. Bekommt man weiter sein Gehalt? Im Regelfall ja, sagt Martin Schwickrath, Jurist und stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Lüneburg-Nordostniedersachsen.

Ist ein Arbeitnehmer entweder erkrankt oder bleibt unverschuldet für eine nicht erhebliche Zeit der Arbeit fern, verliert er grundsätzlich nicht seinen Anspruch auf Lohn. Wird ein Mitarbeiter als „ansteckend“ eingestuft, wird von behördlicher Seite ein Verbot der Ausübung seiner Tätigkeit am Arbeitsplatz angeordnet. „Dies bedeutet aber nicht, dass er auch arbeitsunfähig ist. Kann er beispielsweise die Tätigkeit aus dem Homeoffice verrichten, setzt sich seine Arbeitstätigkeit dort fort und er erhält sein Arbeitsentgelt weiter“, erläutert Schwickrath.

Ist die Quarantäne unverschuldet, muss der Arbeitgeber unter Umständen zahlen

Anders stellt es sich dar, wenn die Tätigkeit nicht im Homeoffice ausgeübt werden kann. „Hier ist zunächst zu klären, ob der Arbeitnehmer die Situation verschuldet herbeigeführt hat“, erklärt Schwickrath. „Ist er beispielsweise bewusst in ein Risikogebiet gereist, muss deswegen in Quarantäne, wird man ein Verschulden annehmen. Die Zahlungspflicht des Arbeitgebers entfällt.“ Wenn aber die Quarantäne unverschuldet ist, hat der Arbeitgeber unter Umständen eine Zahlungspflicht. Er hat die Kosten für einen Arbeitsausfall zu tragen, wenn der nicht zu lange dauert. Nach Auffassung des Niedersächsischen Sozialministeriums wären das bis zu fünf Tage.

Ist die Quarantäne für mehr als fünf Tage angeordnet, tritt der Staat mit einer Entschädigung laut Infektionsschutzgesetz bereits ab dem 1. Tag ein. „Der Arbeitnehmer erhält in den vorstehenden Fällen für sechs Wochen eine Entgeltfortzahlung durch den Staat“, sagt Schwickrath. „Der Arbeitgeber tritt jedoch in Vorleistung, ist also Auszahlstelle. Bis zu zwölf Monate nach Beginn der Quarantäne kann der Arbeitgeber bei der zuständigen Behörde einen Antrag auf Rückerstattung stellen.“ lz

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