Das Gelände in Embsen hat als Bauhof für den Landkreis ausgedient. Jetzt wird über eine Nachnutzung nachgedacht. Favorisiert wird eine soziale Nutzung des Areals im Bereich Senioren und Pflege. Foto: t&w

Embsen: Neues Domizil für Senioren?

Embsen. Die alte Salzlagerhalle hat ausgedient und steht seit Monaten leer. Genauso, wie Werkstatt, Lagergebäude, Maschinenhalle und die Fertiggaragen. Seit August dieses Jahres mit Umzug des kreiseigenen Betriebes für Straßenbau- und Unterhaltung (SBU) nach Scharnebeck in den neu errichteten zentralen Betriebshof, ist das rund ein Hektar große Areal in der Heidbergstraße in Embsen verwaist. Aber es gibt bereits konkrete Pläne für eine sinnvolle Nachnutzung des Geländes. „Wir befinden uns da in enger Abstimmung mit dem Landkreis“ , berichtet auf LZ-Anfrage der Ilmenauer Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD), der im Nebenamt auch stellvertretender Gemeindedirektor in Embsen ist. Eigentümer des ehemaligen Betriebs-Areals ist noch der Landkreis, die Bauleitplanung liegt dennoch bei der Gemeinde Embsen.

„Kontroverse Diskussion“

Doch von der ursprünglichen Idee, das Areal für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu nutzen, sind die Embsener Ratsmitglieder nach „kontroverser Diskussion wieder abgerückt“, berichtet Rowohlt. Stattdessen fokussiere man sich nun in Absprache mit dem Landkreis Lüneburg auf den Bereich „Senioren und Pflege.“

Drei Betreiber von Altenwohnanlagen mit Pflegeeinrichtungen haben bereits auf Einladung der Verwaltung verschiedene Konzepte vorgestellt, wie das Gelände künftig aussehen und genutzt werden könnte. Von den Präsentationen zeigte sich auch Embsens Bürgermeister Stefan Koch (UWI) begeistert: „Die vorgestellten Projekte haben uns total überzeugt, insbesondere das Konzept vom barrierefreien Wohnen bis zum Pflegegrad 5.“

Barrierefreier Wohnraum

Für das rund ein Hektar große Areal soll deshalb folgender Nutzungszweck festgeschrieben werden: Barrierefreier Wohnraum für die Altersgruppe Ü 50 in Kombination mit ambulanter und stationärer Pflege. Ebenfalls gefordert: Ein Atrium, beziehungsweise ein Freizeitbereich mit Cafeteria, in dem auch ein offener Seniorentreff angeboten werden soll.

„Unabhängig voneinander ist uns jeweils ein zeitgemäßes ineinandergreifendes Konzept präsentiert worden, das mit barrierefreiem Wohnen mit Betreuungsservice beginnt, das Tagespflege bietet und sich in der Hauptsache um drei oder vier zweigeschossige Stadtvillen mit bis zu zwölf Wohneinheiten dreht, die als Pflegewohngemeinschaften betrieben werden sollen. Diese sollen bis zur Pflegestufe 5 und sogar palliativ genutzt werden“, fasst Rowohlt zusammen: „Das Konzept mit der größten Auslastung kommt auf 100 Nutzungseinheiten – 48 Pflegewohngemeinschaften, 36 barrierefreie Servicewohnungen und 16 Wohnungen für bezahlbares Wohnen.“

Jetzt sei man dabei, diese Planungen weiter zu konkretisieren. „Entsprechende Anfragen laufen seit vergangener Woche“, berichtet der stellvertretende Gemeindedirektor – „das wird mindestens neun Monate in Anspruch nehmen.“ Rowohlt abschließend: „Wenn wir zu Weihnachten 2021 einen B-Plan und einen glücklichen Käufer des Geländes mit einem vertraglich vereinbarten Projekt haben, sind wir schnell gewesen.“ Aber, so der stellvertretende Gemeindedirektor: „Das ist machbar!“

Von Klaus Reschke