Adendorfer befreiten ihren Ort von wild entsorgtem Müll (Foto: aho).

Müllsammelaktion: Auch Staubsauger liegen in der Natur

Adendorf. „Wir haben einen Staubsauger gefunden“, ruft Lena von weitem und strahlt. Vorsichtig bremst sie ihr Fahrrad ab, nimmt den rosafarbenen Helm vom Kopf und berichtet, wo sie das wohl größte „Fundstück“ der Müllsammelaktion in Adendorf entdeckt hat. „Der Staubsauger stand neben einer Bank bei den Bahngleisen“, erzählt die Fünfjährige, um dann energisch zu betonen: „Der gehört da gar nicht hin!“ Ebensowenig wie die gesammelten Plastik- und Müllflaschen, Verpackungen, Eimer, Tüten und vieles mehr, was im Wald und neben Spazierwegen „entsorgt“ wurde.

„Wenn man etwas ändern will, muss man bei sich anfangen“

Katrin Engler, Charlotte Jansen und weitere Familien, die in der Hasenheide direkt am Waldrand leben, haben das Müllsammeln organisiert. „Man fühlt sich in Zeiten des Klimawandels so hilflos“, schildert Katrin Engler ihre Beweggründe. „Wenn man etwas verändern will, muss man bei sich selbst anfangen“, findet die zweifache Mutter. Dieses Prinzip funktionierte gut – und machte den Aktiven offenbar zusätzlich großen Spaß. Rund 60 kleine und große Müllsammler hatten sich am Sonnabend zur Aktion angemeldet. Sie wurden mit Stofftaschen, Greifern, Handschuhen und einem Ortsplan ausgestattet und in ihren „Sammelbereich“ eingewiesen.

Die Radfahrer unter den Sammlern wurden in entferntere Bereiche Richtung Elbe-Seitenkanal geschickt. Nach ihrer Runde durch Flur und Wald kamen sie zurück und befüllten den eigens bereitgestellten Container mit ihren Fundstücken. „Die Greifer und die Handschuhe hat die GfA zur Verfügung gestellt. Die Stofftaschen kommen von Edeka Bergmann und Holzbau Maack“, freuen sich Engler und ihre Mitstreiterinnen über die Unterstützung von lokalen Unternehmen.

Erlös der Aktion soll in neue Bäume investiert werden

Erstmals haben sie eine Müllsammelaktion auf die Beine gestellt: Eine grüne Fahne mit dem Slogan „Wald statt Asphalt“ lädt dazu ein. Dass es so viele kleine und große Teilnehmer gibt, liegt sicher auch daran, dass die Hasenheide so familiär geprägt ist. „Wir sind hier groß geworden, haben hier als Kinder gespielt“, erzählt Engler.

Deshalb sind auch Großeltern vor Ort, die die Aktion unterstützen. Zur Stärkung wurde ein Buffet aufgebaut, dessen Erlös kommt wiederum den Kindern und später einmal Kindeskindern zugute. Denn mit den Einnahmen sollen Bäume, genauer gesagt Kugelakazien, für das örtliche Freibad angeschafft werden. „Die sind resistent und anspruchslos.“ Denn die nächsten heißen Sommer kommen bestimmt. Und dann ist es ein schöner Gedanke, im Schatten der Bäume zu liegen, die das Resultat dieser Aktion sind.

Von Silke Elsermann