Südlich von Südergellersen soll ein neues, 200 Meter hohes Windrad aufgestellt werden (Foto: be).

Weg frei für ein weiteres Windrad

Südergellersen. Der Windpark Südergellersen wird noch ein wenig größer: Mit dem Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 4 „Drögennindorfer Weg West“ machte der Südergellerser Gemeinderat jetzt den Weg frei für den Bau einer weiteren Windenergieanlage im Vorranggebiet südlich des Dorfes. Zusammengerechnet mit den benachbarten Anlagen auf Wetzer Gebiet werden somit künftig 17 Anlagen zwischen Südergellersen und Wetzen Strom erzeugen. Die neue Anlage soll 200 Meter hoch sein und hat eine Nennleistung von 4,5 Megawatt.

Ursprünglich hatte das Unternehmen „Landwind“ einen mit 250 Metern noch deutlich höheren Rotor errichten wollen. Sowohl im Rat als auch bei der Bürgerinitiative „Biwos“ zeigte man sich daher erleichtert, dass man sich dann doch auf die kleinere Anlage verständigt hatte. „Biwos“ hatte zudem im Zuge des Plan-Verfahrens unter anderem kritisiert, dass die Ausgleichszahlung mit 30.000 Euro deutlich zu niedrig bemessen sei.

Lärmpegel soll noch überprüft werden

In Nachverhandlungen habe man erreicht, dass der Betreiber die Kosten für den geplanten Spazierweg zu den Fischteichen und die Pflanzung von zwölf Obstbäumen in jedem Fall komplett übernehme, erklärte Ortsplaner Frank Patt: „Das waren schwierige Gespräche, bei denen der Einwand von Biwos auch geholfen hat. Die Gemeinde hat damit soviel wie möglich an Ausgleich herausgeholt.“ Noch geklärt werden soll, ob die Alt-Anlagen dicht am Ortsrand womöglich die Lärmgrenzwerte überschreiten. Das jedenfalls ist der Eindruck etlicher Bürger aus der Nachbarschaft. Die Verwaltung werde die zuständigen Behörden um eine Überprüfung bitten, sagte Patt. „Wenn sie tatsächlich lauter sind als erlaubt, muss da baulich was passieren.“

Gebaut werden soll nun auch in der Straße Am Buchenberg: Mehrfach beraten, auf der jüngsten Sitzung nochmals vertagt – der Rat hatte sich bisher schwergetan, den Endausbau der Straße zu beschließen (LZ berichtete). Grund waren auch die happigen Beiträge, die damit auf die Anwohner zukommen. Von den geschätzten 78.000 Euro Baukosten entfallen 90 Prozent auf die Anwohner, zehn Prozent trägt die Gemeinde.

Rat beschloss die 60.000 Euro teure Baumaßnahme

Nochmalige Gespräche mit Anwohnern und Planer hätten zu keinem neuen Ergebnis geführt, teilte Gemeindedirektor Jens Lübberstedt (CDU) mit: „Das Einsparpotenzial ist minimal, wenn man nicht das Ortsbild zu stark beeinträchtigen will.“ Mit den Arbeiten, die im nächsten Jahr starten sollen, will die Gemeinde zeitgleich ein zweites Problem lösen: Da Müllfahrzeuge in Zukunft nicht mehr rückwärts in eine Sackgasse fahren dürfen, soll ein Verbindungsweg zwischen „Am Hang“ und „Am Buchenberg“ die Durchfahrt für die GfA-Fahrzeuge ermöglichen.

Bei einer Nein-Stimme (Malte Fuhrberg, Grüne) beschloss der Rat die 60.000 Euro teure Baumaßnahme. Sie wird erst im Haushalt 2021 zu Buche schlagen – im Gegensatz zu Kosten, die im aktuellen Haushalt aufgelaufen sind: Um sie decken zu können, wurde einstimmig ein Nachtragsetat mit einer Kreditaufnahme von 150.000 Euro beschlossen. Das sei nur vorübergehend notwendig. Lübberstedt: „Durch Zuschüsse und Fördergelder, die noch ausstehen, kriegen wir die Summe wieder rein.“

Von Ute Klingberg-Strunk