Alte Dorfstraße in Barum
Die Sanierung der Alten Dorfstraße in Barum ist teurer als erwartet.

Barum: Straßensanierung teurer als erwartet

Barum. Aus drei mach zwei: Für drei Projekte hatte die Gemeinde Barum millionenschwere Mittel aus dem Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen eingeworben: Für die Sanierung des Haupthauses des Gasthauses Flindt, des Festsaals sowie die Umgestaltung der angrenzenden Alten Dorfstraße. Eines dieser Projekte, die Alte Dorfstraße, soll jetzt abgegeben werden. Darüber berät und beschließt der Gemeinderat in seiner Sitzung, die heute Abend im Feuerwehrgerätehaus Barum stattfindet.

„Fast einen Schock“ habe man bekommen, als die Angebote für die Arbeiten an der Alten Dorfstraße eingegangen waren, berichtet Barums Bürgermeister Joachim Schwerdtfeger (FDP). Mit 410 000 Euro war die Sanierung angesetzt, die eingegangenen Angebote beliefen sich dann aber auf Beträge zwischen 680 000 und 950 000 Euro. Grund für die hohen Kosten seien in diesem Umfang „nicht vorhergesehene und sehr aufwändige Arbeiten an der Entwässerung“, darunter ein „riesiges Regenrückhaltebecken“, erklärt Schwerdtfeger auf LZ-Nachfrage. Eine „abgespeckte“ Version der Umgestaltung mit Mitteln aus dem Dorfentwicklungsprogramm zu fördern, habe das zuständige Amt für regionale Landesentwicklung abgelehnt.

Gemeinde setzt geplanten Eigenanteil ein

Die Lösung, die Politik, Verwaltung und Planer in den vergangenen Wochen gefunden haben: Die Gemeinde verzichtet auf die bereits zugesagten rund 260 000 Euro an Fördermitteln und setzt ihren geplanten Eigenanteil in Höhe von 150 000 Euro für eine reduzierte Sanierung der Alten Dorfstraße ein.

Zwar sei der Belag der Straße ramponiert, der „Hauptkörper“ aus Beton darunter aber stabil. „Die Sanierung wird zwar nicht so schön wie ursprünglich geplant, aber die Straße funktioniert dann wieder“, versichert Schwerdtfeger. Die neue Planung könne man „relaxed“ angehen, der Rat muss heute Abend darüber beschließen.

Voran geht es mit den beiden weiteren Bestandteilen im Zuge der vom Land geförderten Sanierungsmaßnahmen am einstigen Gasthaus Flindt an der Alten Dorfstraße. Die Sanierung des Saals schlägt mit 1,5 Millionen Euro zu Buche (Förderung: 500 000 Euro). Ein Teil der unter einer hölzernen Kassettendecke entdeckten handgemalten Wandbilder am alten Tonnengewölbe soll sichtbar bleiben, ein anderer Teil soll ebenfalls erhalten, aber verdeckt werden. Ab dem kommenden Frühjahr könnte der Saal, ob für Konzerte, Theater oder private Feiern, „bespielbar“ sein, sagt der Bürgermeister.

Rücklagen der Gemeinde wachsen auf knapp 700 000 Euro

Für die Sanierung des Haupthauses des Gasthauses Flindt sind 2,1 Millionen Euro Gesamtkosten vorgesehen, davon sollen 844 000 Euro als Förderung fließen. Hier sei mit dem Entrümpeln und ersten Abbruchmaßnahmen begonnen worden.

Auf der Tagesordnung der Ratssitzung steht unter anderem auch der Jahresabschluss für 2019 mit der Feststellung und dem Beschluss über die Verwendung des Jahresergebnisses. Mit einem positiven Ergebnis von 334 000 Euro schließe der Haushalt ab. Mit einem ähnlichen Ergebnis aus 2018 wachsen die Rücklagen der Gemeinde damit auf knapp 700 000 Euro. „Damit stehen wir gut da“, findet Joachim Schwerdtfeger.

Wegen des Abstandsgebotes können nur maximal zehn Interessierte an der Sitzung teilnehmen. Voranmeldungen sind nicht möglich, der Einlass (ab 19.45 Uhr) regelt sich nach dem Zeitpunkt des Eintreffens.

Von Ingo Petersen