Der fünfte Ring soll Lüneburg mit dem Naturpark Lüneburger Heide verbinden. Foto: Naturpark Lüneburger Heide

Heide-Shuttle soll auch von Lüneburg fahren

Lüneburg. Seit 16 Jahren kutschiert der Heide-Shuttle kostenlos Touristen und Einheimische zuverlässig durch die Region. Weil er sich großer Beliebtheit erfreut, sollen ab kommendem Jahr auch die Samtgemeinden Ilmenau, Gellersen und Amelinghausen sowie die Stadt Lüneburg eine Anbindung an den Naturpark Lüneburger Heide erhalten. Der sogenannte fünfte Ring des Heide-Shuttles im Kreis Lüneburg ist zunächst als ein auf zwei Jahre angelegtes Pilotprojekt geplant.

Amelinghausens Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch, Mitglied im Vorstand des Naturpark Lüneburger Heide, freut sich, dass dieses Projekt perspektivisch im Sommer 2021 beginnen kann. Seit ihrem Amtsbeginn plädierte sie immer wieder für die Anbindung aller Naturpark-Kommunen an den Heide-Shuttle: „Die Anbindung zwischen der Hansestadt und der Zentralheide bedeutet eine enorme Attraktivitätssteigerung für die Kommunen im Naturpark, nicht nur touristisch. Es ist gewünscht, dass sich die Bürger des Landkreises gut in der Fläche verteilen, das geht aber nur, wenn die Infrastruktur stimmt.“

Shuttle soll das Erkunden der Region erleichtern

Der Heide-Shuttle lade Menschen aus Stadt und Land dazu ein, mehr Ausflüge in ihrer Heimat zu unternehmen. Lüneburg-Touristen wüssten ja oft gar nicht, wo die Heide eigentlich ist beziehungsweise denken, sie seien schon da. „Denen wird der Shuttle das Erkunden der Region erleichtern.“

Das Projekt sei ein Paradebeispiel dafür, dass interkommunale Zusammenarbeit klappen und man zusammen etwas bewegen kann, findet sie. Denn den Antrag auf den fünften Ring hatten die Samtgemeinden Amelinghausen, Ilmenau, Gellersen, die Stadt und der Landkreis gemeinsam gestellt. Für die zweijährige Einführungs- und Pilotphase, die federführend durch die Samtgemeindeverwaltung Amelinghausen organisiert wird, fließen Fördermittel in Höhe von 100 000 Euro, zusätzlich zu den monetären Mitteln der teilnehmenden Kommunen.

Schon 2004 gab es Pläne, Lüneburg anzubinden

„Das neue Angebot finde ich gut“, sagt Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge. „Ich sehe es als weiteren Beitrag für eine moderne Mobilität und in Richtung Nachhaltigkeit. Wenn wir individuellen Autoverkehr vermeiden wollen, geht das nur, indem wir attraktive Angebote für den Umstieg machen, nicht durch Zwang. Nur so werden wir Entscheidungen jedes und jeder Einzelnen positiv beeinflussen können.“ Glücklich über den Start ist auch Hilke Feddersen, die Geschäftsführerin des Naturparks Lüneburger Heide.

Schon 2004 habe es Pläne gegeben, den Shuttle an Lüneburg anzubinden, erinnert sie sich, doch dann sei eine große Finanzierungshilfe weggebrochen. „Wir freuen uns riesig, dass der Shuttle in seiner 16. Saison nun endlich auch im Lüneburger Bereich seine Kreise ziehen wird. Das klimaschonende und kostenfreie Angebot ist seit 2006 das ,Zugpferd‘ im Naturpark.“ Zahlen lägen ihr zwar noch nicht vor, dennoch ist sich die Agrarwissenschaftlerin sicher, dass der Shuttle 2020 noch mehr genutzt worden sei als im vorigen Jahr.

Noch fehlt Zustimmung einiger Beteiligten

Begeistert von der Entwicklung zeigt sich auch Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag und stellvertretender Samtgemeindebürgermeister im Samtgemeinderat Amelinghausen: „Was für eine gute Nachricht.“ Sein besonderer Dank gelte Claudia Kalisch und deren Team im Rathaus, die federführend den Weg für den fünften Ring vorbereitet und dafür erfolgreich Fördermittel eingeworben haben.

Etwas verhaltener äußert sich Ilmenaus Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt zum fünften Ring. „Wir probieren das mal aus, ich bin mir nicht sicher, wie es angenommen wird, das ist ein Testballon. Wir sind bislang keine führende touristische Region. Und dass die Melbecker den Shuttle regelmäßig nutzen werden, wage ich zu bezweifeln.“

Um den Shuttle auf die neue Strecke zu bringen, bedarf es noch einer abschließenden Zustimmung für die entsprechenden Haushalte aller Beteiligten, die jedoch eine reine Formsache sein dürfte.

Der kostenlose Fahrradbus wird im nächsten Jahr voraussichtlich vom 15. Juli bis zum 15. Oktober im Kreis Lüneburg angeboten, zwischen 8.30 und 18.30 Uhr sind pro Tag fünf Fahrten im 2-Stunden-Takt geplant. Mehr Informationen zum Heide-Shuttle gibt es unter naturpark-lueneburger-heide.de

Von Lea Schulze