1200 Tonnen Streusalz lagern in der neuen Halle in Scharnebeck -- genug, um damit über den Winter zu kommen. Foto: be

Gewappnet für den eisigen Einsatz

Scharnebeck. Das Salzlager ist gefüllt, Schneepflüge, Streuer und Solebehälter für die Fahrzeuge sind einsatzbereit: „Der Winter kann kommen“, sagen Rüdiger Scholz und Jörg Neben vom kreiseigenen Betrieb für Straßenbau und Unterhaltung (SBU) – „wir sind vorbereitet“. Erstmals werden die Räumwagen von Scharnebeck aus starten, um bei Bedarf das rund 390 Kilometer lange Kreisstraßennetz schnee- und eisfrei zu halten. Dazu kommen noch 175 Kilometer Radwege.

Wie berichtet, hat der Kreis in Scharnebeck einen neuen Betriebshof gebaut, die alten Liegenschaften in Embsen und Breeze aufgegeben. Ein Neubau war wirtschaftlicher als eine Modernisierung. Die Fahrzeuge wurden mit der Zeit immer größer, die Hallen zu klein. Künftig gibt es neben Scharnebeck nur noch die Außenstelle in der Gemeinde Amt Neuhaus, die für ein 45 Kilometer langes Kreisstraßennetz zuständig ist.

1200 Tonnen Streusalz lagern in Scharnebeck

„Wahrzeichen“ des neuen Betriebshofes am Ortseingang von Scharnebeck ist die Salzlagerhalle – ein 30 Meter langes und 11 Meter breites Gebäude, komplett aus Holz errichtet. 1200 Tonnen Streusalz liegen hier – und die Halle ist damit noch nicht mal voll: „Gut 600 Tonnen würden noch reinpassen“, schätzt Rüdiger Scholz. Doch die 1200 Tonnen, die bereits in der Halle lagern, „sollten für einen ‚normalen‘ Winter reichen“, glaubt der stellvertretende Betriebsleiter.

Auch, warum die Halle in Holzbauweise errichtet wurde, erklärt Scholz: „Salz lässt Eisen korrodieren. Eine Stahlbetonhalle müsste baulich aufwändig geschützt werden, damit das Salz den Stahl nicht angreift und schwächt.“ Eine Gefahr, die bei Holz nicht bestehe.

Sieben Räumfahrzeuge stehen zur Verfügung

Sechs Räumfahrzeuge stehen auf dem Betriebshof, das siebte ist in Neuhaus stationiert. Jetzt, mit November-Beginn, gilt für die SBU-Mitarbeiter wieder erhöhte Bereitschaft. Zwar beziehen sie aktuelle Wetterdienstdaten, um bei einem drohenden Wintereinbruch entsprechend reagieren zu können. Nichtsdestotrotz sind zusätzlich drei Straßenkontrolleure unterwegs, um bei Bedarf die Kollegen zu alarmieren.

„Das sind erfahrene Mitarbeiter. Die kennen die tückischen Stellen, wo es schnell zu Glatteisbildung kommen kann, etwa auf Brücken oder in Waldbereichen“, erklärt Einsatzleiter Jörg Neben: „Bei entsprechendem Wetter beginnt unser Dienst morgens um halb vier. Dann arbeiten wir uns auf den Kreisstraßen entlang festgelegter Routen vor.“

Gestreut wird Feuchtsalz

Gestreut wird sogenanntes Feuchtsalz, das zu zwei Dritteln aus Trockensalz und zu einem Drittel aus Salzsole besteht. „Mit dieser Mischung erzielen wir das beste Ergebnis“, sagt Neben. Denn dadurch, dass das Salz angefeuchtet ist, verfliegt es nicht so schnell, bleibt also besser liegen „und die Tauwirkung setzt sofort ein.“

Doch die Fragen aller Fragen – wann der erste Wintereinbruch in dieser Saison zu erwarten ist – können auch Neben und Scholz nicht beantworten. Aber eine Tendenz konnten die beiden über die Jahre beobachten: „Der Winter scheint immer später zu starten, aber dafür länger zu dauern. Immer öfter bis in den April hinein.“

Von Klaus Reschke