Fragen beantworteten Dr. Margret Konle, Prof. Dr. Andreas Bonz (li.) und Prof. Dr. Christian Weiß. Foto: t&w

LZ-Telefonaktion rund um das Thema Herzschwäche

Lüneburg. Die 80-jährige Frau leidet seit Anfang des Jahres unter Luftnot, sie fühlt sich abgeschlagen und kaum belastbar. Vor Jahren hatte sie bereits Asthma, doch die Luftnot jetzt empfinde sie anders, schildert sie Prof. Dr. Christian Weiß am Telefon. Ihre Hausärztin habe ihr bereits vor Monaten geraten, eine Untersuchung bei einem Kardiologen machen zu lassen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie habe sie noch keinen Facharzt aufgesucht. Weiß riet ihr dringend, eine Untersuchung machen zu lassen. „Denn die Symptome deuten auf eine Herzerkrankung hin.“

Die Lüneburgerin war eine von vielen Ratsuchenden bei der LZ-Telefonaktion rund um das Thema Herzschwäche. Partner im Rahmen der diesjährigen Herzwochen waren das Städtische Klinikum sowie das Kompetenznetz Herz & Lunge Lüneburg. Ansprechpartner waren neben Prof. Dr. Christian Weiß, Chefarzt der Kardiologie im Klinikum, die niedergelassenen Kardiologen Dr. Margret Konle und Prof. Dr. Andreas Bonz.

„Was kann die Ursache sein?“

Rund vier Millionen Menschen leiden bundesweit an einer Herzschwäche – Herzinsuffizienz genannt. Sie entwickelt sich oft aus einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße. Durch Ablagerungen verengen sich die Gefäße so stark, dass sie nicht mehr genügend sauerstoffreiches Blut zum Herzmuskel transportieren können. Im Laufe der Zeit lässt die Pumpleistung des Herzens nach, eine chronische Herzschwäche ist die Folge. Auch Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder angeborene Herzfehler können eine Herzschwäche verursachen. Je früher sie erkannt wird, desto gezielter lässt sich die Entwicklung der Krankheit aufhalten oder verlangsamen, so der Appell der drei Mediziner.

Eine 74-jährige Frau berichtete Prof. Bonz, dass sie geschwollene Beine habe. „Was kann die Ursache sein?“, wollte sie wissen. Flüssigkeitsablagerungen in den Beinen können ein Indiz für eine Herzschwäche sein, aber auch Ausdruck sein für einen Herzklappenfehler, eine Venenschwäche oder auch die Nebenwirkung von Medikamenten, erklärte der Arzt der Anruferin. Er empfahl ihr, zur Abklärung unbedingt einen Kardiologen aufzusuchen, „weil dieser alle Aspekte beurteilen kann“.

2016 bekam er fünf Bypässe

Zu den Symptomen einer Herzschwäche gehört neben geschwollenen Beinen und Halsvenen auch Luftnot bei Belastung (später auch bei Ruhe) sowie unerklärliche Gewichtszunahme durch Wassereineinlagerung. Treten diese auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, „damit eine spezifische Therapie erfolgen kann“, so Bonz.

Der 70 Jahre alte Mann, der sich an Dr. Margret Konle wandte, hatte 2012 einen Herzinfarkt. Infolgedessen wurde auch festgestellt, dass eine Herzklappe nicht gut schließt. 2016 bekam er fünf Bypässe, und die Mitralklappe wurde rekonstruiert. Diese befindet sich zwischen dem linken Vorhof und der linken Herzkammer und sorgt dafür, dass sauerstoffreiches Blut aus der linken Herzkammer in den Körperkreislauf gepumpt wird.

Der Mann fühlt sich putzmunter. Deshalb seine Frage an die Kardiologin: „Muss ich die vielen Tabletten, die ich seit dem Herzinfarkt verordnet bekommen habe, weiter nehmen?“ Margret Konle erklärte, dass die Medikamente zur Blutverdünnung, zur Unterstützung der Herzmuskel-Pumpkraft sowie zur Entwässerung unbedingt weiter eingenommen werden müssen. Sie seien ausschlaggebend dafür, dass es dem Mann so gut geht.

Von Antje Schäfer

Gesundheitsforum

Online teilnehmen

Ein Arzt-Patienten-Online-Seminar zum Thema „Das schwache Herz“ bietet die Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin am Dienstag, 10. November; in der Zeit von 19 Uhr bis 20 Uhr an. Die Referenten Christian Weiß und Frank Krümel wollen informieren, welche aktuellen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten und sonstige Verfahren zur Verfügung stehen. Interessenten können den Zugang zu dieser Veranstaltung im Rahmen des Gesundheitsforums per Email (kardiologie@klinikum-lueneburg.de) abfordern. Es gibt 150 Zugangsberechtigungen.