Herderschule
Stefanie Hahlbohm, Lennart Perczynski, Alexander Nispel, Wiebke Grannemann und Tabea Tietze (v.l.n.r) haben im Englisch-LK an dem „US Election Project“ teilgenommen. (Foto: t&w)

Minnesota wählt Biden

Lüneburg. Biden oder Trump? Die Antwort auf diese Frage erwarten dieser Tage nicht nur US-Amerikaner mit Spannung. Die Präsidentschaftswahl in den USA wird weltweit verfolgt – auch Lüneburg ist dabei keine Ausnahme. Zwei Klassen und ein Englisch-Leistungskursus des Gymnasiums Herderschule haben an dem „US Election Project“ der Leuphana teilgenommen (LZ berichtete), sich im Rahmen dessen seit Beginn des Schuljahres mit der Wahl beschäftigt und das Ergebnis vorhergesagt.

„Vor dem Projekt habe ich mich ehrlich gesagt überhaupt nicht mit dem Thema auseinandergesetzt“, räumt der 18-jährige Alexander Nispel aus einem Englisch LK der Herderschule ein. Und auch seine Mitschülerin Wiebke Grannemann (18) gibt zu: „Vorher hatte ich nie hingehört, wenn das im Radio gelaufen wäre. Jetzt drehe ich aber extra auf. Ich kann das jetzt alles viel besser nachvollziehen.“ Denn nun sind die Schüler Profis, wenn es um die Wahl geht – zumindest für den Bundesstaat Minnesota. Denn dieser stand im Fokus ihrer wochenlangen Projektarbeit.

Interview mit Lehrer und Schüler in Minnesota geführt

„Wir haben die wirtschaftliche Situation von Minnesota untersucht und die Bevölkerung, wir haben geschaut, wie die Menschen dort bei den letzten Wahlen abgestimmt haben und haben all das mit anderen Staaten verglichen“, zählt Tabea Tietze (18) einen Teil dessen auf, was sie und ihre Mitschüler gelernt haben. „Wir haben aber auch die beiden Kandidaten verglichen und uns spezielle Kampagnenthemen angeschaut“, sagt sie.

Außerdem hatten die Gymnasiasten die Möglichkeit, mit einem Lehrer und einem Schüler, die in Minnesota leben, ein Interview zu führen. „Das war total interessant“, erzählt Lennart Perczynski, „der eine ist nämlich überzeugter Trump-Wähler, und der andere hat Biden unterstützt.“ Daran hätte man jedoch auch gesehen, wie groß die Spaltung in Amerika schon sei. „Die sind überhaupt nicht aufeinander eingegangen. Die Fronten zwischen Republikanern und Demokraten sind extrem verhärtet“, bilanziert der 17-Jährige.

Ihr Ergebnis nach all den Analysen: Biden gewinnt in Minnesota. Da waren sich fast alle einig, von 25 haben nur zwei Schüler für Trump gestimmt. „Minnesota wird zwar immer als Swing State gewertet, aber eigentlich wählen die seit 1972 demokratisch“, fügt Stefanie Hahlbohm (17) hinzu. Die Entscheidung sei aber von Jahr zu Jahr knapper geworden, weshalb die Jugendlichen jetzt gespannt das Ergebnis der „echten“ Wahl erwarten.

Denn es sei gerade der Bezug zur Realität gewesen, der die Schüler für dieses Projekt motiviert habe. „Diese aktuelle Relevanz hat das Ganze noch interessanter gemacht. Und letztlich kann diese Entscheidung ja die ganze Welt beeinflussen“, fasst Grannemann für ihre Mitstreiter zusammen.

Das „US Election Project“ ist eine Kooperation zwischen der Leuphana, der US-Botschaft in Berlin und dem Verein Berliner Bildungsorganisation Life. Klassen ab dem 10. Jahrgang können kostenlos daran teilnehmen. Das Projekt wird auf Englisch durchgeführt, von den Organisatoren werden digitale Unterrichtsmaterialien bereitgestellt.

Während des Projektzeitraums entwickeln die Teilnehmer Videos, Plakate oder Cartoons, um ihre Wahlprognosen zu veranschaulichen. Diese werden am Ende eingereicht und bewertet. Die Schüler der Herderschule hatten damit besonderen Erfolg: Die Klasse 11a hat mit einem Videobeitrag zu einer Prognose für Idaho einen Preis gewonnen, der Englisch LK 12 wurde für seine Website zu Minnesota ausgezeichnet.

Präsidentschaftswahl

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Von Lilly von Consbruch