Pilzsachverständiger Bernhard Frank mit Steinpilzen, Maronen und Pfifferlingen (alle essbar). Foto: t&w

Gute Chancen für Pilzsammler

Lüneburg. Im November sind viele Freizeitaktivitäten auf Eis gelegt. Es gilt Abstand zu halten und die Fallzahlen der Corona-Pandemie zu reduzieren. Doch manche Dinge lassen sich auch jetzt noch unternehmen. „Diese Woche haben wir nahezu perfekte Pilzbedingungen“, sagt Pilz-Sachverständiger Bernhard Frank. Es habe geregnet, der Waldboden sei feucht und die Temperaturen noch äußerst mild. Pilze sammeln lasse sich gut mit einem Waldspaziergang verbinden. Es vereint Bewegung an der frischen Luft mit einer selbsterbeuteten Mahlzeit – wenn man denn erfolgreich war. Selbstverständlich kann beim Pilzesammeln einiges schiefgehen. „Nur sammeln, was man wirklich kennt“, ist die Devise vom Fachmann. Im Wald lauern genügend ungenießbare bis giftige Pilze.

Bei Pilzsammel-Anfänger seien meist die Marone und der Steinpilz bekannt. Die lassen sich aktuell im Wald entdecken. „Der Steinpilz wächst gern in der Nähe von Fichten, auch die Marone ist häufig in der Nähe von Nadelbäumen wie etwa der Kiefer zu finden“, sagt Frank. Wer einen bekannten Pilz entdeckt hat, solle diesen lieber mit einem kleinen Messer abschneiden, als aus dem Boden ziehen, um das darunterliegende Pilzmyzel nicht zu zerstören. Das, was wir als Pilz kennen, ist lediglich der Fruchtkörper des Pilzmyzels. „Wenn nämlich beim Herausziehen des Pilzes ein Loch im Boden entsteht und das dann von der Sonne beschienen wird, kann das Myzel austrocknen und kaputt gehen“, erklärt Frank. Also lieber mit Körbchen und kleinem Messer ausgestattet auf die Pilzsuche gehen – und nur die Pilze sammeln, bei denen man sich ganz sicher ist, dass sie auch essbar sind.

Pilze immer erhitzen

Nach dem Sammeln lohnt es, die Pilze einmal aufzuschneiden, um zu schauen, ob sie auch nicht verwurmt sind. „Und dann gilt: Pilze immer erhitzen. Die meisten sind im Rohzustand giftig“, sagt der Pilz-Sachverständige. Steinpilze und Maronen sollte man mindestens 15 Minuten lang ordentlich erhitzen.

Und wie war das noch gleich mit der Faustregel, Pilze dürfe man nicht wieder aufwärmen? „Das gilt heute nicht mehr. Pilze kann man wieder aufwärmen, auch zweimal“, sagt Frank. Wichtig dabei: das Pilzgericht schnell in den Kühlschrank und dann bei über 70 Grad wieder aufwärmen. lat

Bei einem Notfall könne Sie den Giftnotruf unter Tel. 0551/19240 anrufen. Er ist rund um die Uhr erreichbar.