Köthen
Die traditionelle Veranstaltung besteht ihre Feuerprobe in Zeiten der Pandemie. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Partnerstädtelauf in der Corona-Edition

Lüneburg. Ganze 30 Jahre hat der Partnerstädtelauf zwischen den Städten Köthen (Sachsen-Anhalt) und Lüneburg auf dem Buckel. Die Pandemie hat aber auch diesem Traditionslauf zugesetzt, dennoch musste er nicht ausfallen, sondern feierte erfolgreich Premiere quasi in einer Corona-Edition. Anstelle eines gemeinsamen Staffellaufs über 250 Kilometer von Stadt zu Stadt fand der Lauf virtuell statt. Jede und jeder der mehr als 50 Aktiven sammelte allein auf der eigenen Runde Kilometer für die Aktion, insgesamt kamen so mehr als 650 Kilometer zusammen.

Mit dabei war auch Lüneburgs Bürgermeisterin Christel John, die für die Aktion vier Kilometer durch den Kurpark gewalkt ist und am Tag darauf im Rathaus als erste ihre Urkunde dafür erhielt. „Schon die Idee eines Laufs für die Partnerschaft ist toll. Das jetzt in eine Corona-Edition umzuwandeln, macht hoffentlich Mut, sei es für Städteaktionen, aber auch generell, wo aktuell so wenig möglich ist – ein bisschen was geht eben doch“, sagt sie begeistert.

Georg Grohmann darf nicht fehlen

Auf Köthener Seite durfte Georg Grohmann nicht fehlen. Der Initiator des Laufs legte seine Kilometer in Lüneburgs Partnerstadt zurück, ebenso wie der ehemalige Köthener Oberbürgermeister Rainer Elze und weitere 29 Aktive des Sportvereins CFC Germania 03 Köthen/Anhalt. „Es ist natürlich schade, dass wir im 30. Jahr unseres inzwischen einzigartigen Laufs auf das gemeinsame Laufen und natürlich auch auf den Zwischenstopp mit einem Schluck Sekt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze verzichten mussten“, sagt Grohmann. Aber er ist sicher: „Die neue Erfahrung stärkt unsere gewachsene Verbindung.“

Der Lauf lebt weiter

Diesen Eindruck teilt auch Stefanie Kibscholl, Ansprechpartnerin für Städtepartnerschaften bei der Stadt Lüneburg. Als Organisatorin freut sie sich über die große Beteiligung, gerade weil die Aktion immer wieder angepasst werden musste: „Nachdem der traditionelle Staffellauf im Juni ausfiel, kam die Überlegung auf, den Lauf jeweils separat in Lüneburg und Köthen stattfinden zu lassen und – für Lüneburg – auf einer festgelegten Runde im Kurpark zurückzulegen. Doch auch das war am Ende nicht mehr vorstellbar.“

So entstand die Idee, dass alle Teilnehmer am Aktionstag für sich laufen und ihre Ergebnisse melden. Angesprochen hatte Kibscholl Laufinteressierte aus der Verwaltung sowie Ehemalige von früheren Partnerstädte-läufen vom MTV Treubund Lüneburg und TuS Brietlingen. Ihr Fazit: „Egal, was kommt, der Lauf lebt weiter. Mal sehen, wie es nächstes Jahr wird.“ lz

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