Sie sind die Initiatoren der Tannenbaum-Aktion: Heiko Meyer (vorne), Mathias Schneider (Mitte) und Joachim Bodendieck. (Foto: t&w)

Hoffen auf eine Weihnachtsstadt

Lüneburg. Die Hoffnung stirbt zuletzt - wohl selten traf diese Formulierung so zu wie auf die Pläne, doch noch eine weihnachtliche Budenstadt auf die Beine zu stellen. Die würde dann weniger auf einen Ort, sondern vielmehr auf die gesamte Innenstadt konzentriert sein. "Wir schwanken zwischen Hoffen und Bangen", sagt Benno Fabricius, Sprecher der Lüneburger Schausteller.

Auch die Stadtverwaltung harrt der Vorgaben, die da von Bund und Land noch kommen werden. "Aber eines steht fest: Solange die Gastronomie geschlossen bleiben muss, wird auch keine Weihnachtsstadt aufgebaut", sagt Stadtsprecherin Suzanne Moenck.

"Wir erörtern verschiedenste Szenarien"

Gemeinsam mit der Marketing GmbH überlege man in diesen Tagen, welche Variante B oder vielleicht sogar C es noch geben könnte, um den Lüneburgern und ihren Gästen doch noch etwas Vorweihnachtsstimmung bieten zu können - wie abgespeckt auch immer. "Und wenn es nur etwas ganz Kleines ist, wir erörtern verschiedenste Szenarien", so Moenck.

Eine Aktion wird auf jeden Fall für weihnachtliches Flair und eine heimelige Atmosphäre sorgen - und dabei werden Kinder eine Hauptrolle übernehmen. Das liegt dem Lüneburger Citymanagement (LCM), der Marketing GmbH und der Stadt Lüneburg am Herzen. Rund 200 Tannenbäume werden Ende November in der Innenstadt und in Nebenlagen aufgestellt und an den Fallrohre von Häusern befestigt, kündigt LCM-Chef Heiko Meyer an.

Kinder können Weihnachtsbäume in der Stadt schmücken

Nachdem jeder Baum noch eine LED-Lichterkette bekommen hat, sind junge Lüneburger aus Stadt und Kreis gefordert. Kita- und Schulgruppen sowie einzelne Kinder oder auch Familien können sich im Vorfeld bei Mathias Schneider, Citymanager bei der Marketing GmbH, per E-Mail melden: mathias.schneider@lueneburg.de.

„Sie bekommen dann in kleinen Gruppen einen Baum zugewiesen und können diesen schmücken. Wir erwarten eine Vielzahl von kunterbunten Bäumen“, freuen sich jetzt schon Meyer und Schneider. Und die Kinder können auf Preise gespannt sein. Eine Jury begutachtet die Bäume und lobt Gewinne aus, die die Händler der Stadt zur Verfügung stellen.

Mit Kleinkunst Akzente setzen

Mit Musik und Kleinkunst möchte die Stadt außerdem Akzente an Orten wie dem Rathausgarten setzen. „Natürlich alles unter Wahrung der rechtlichen Vorgaben“, macht Joachim Bodendieck, Bereichsleiter Ordnung und unter anderem zuständig für Weihnachtsmärkte, deutlich. Künstler werden gebeten, sich bei Alyssa Wolter vom Kulturreferat unter alyssa.wolter@stadt.lueneburg.de zu melden.

Derweil stehen die Schausteller Gewehr bei Fuß, sagt Fabricius: "Auch wenn da erst kurzfristig etwas möglich sein sollte, können wir reagieren." Das hoffe man nicht nur für die Branche, für die es längst um die Existenz geht, sondern auch für den gesamten Einzelhandel in der Innenstadt. Denn dass ein ergänzendes Angebot die Menschen in die Stadt locke, zeige schon der Wochenmarkt, der nach wie vor samstags und mittwochs stattfindet.

Das Szenario, dass Vorweihnacht in der Innenstadt komplett wegfällt, mag der Chef der Lüneburger Schausteller sich gar nicht vorstellen. Denn dann kommen die Monate Januar und Februar, die für die Branche ohnehin Totalausfälle sind - das könnte manchem Budenbetreiber den Todesstoß versetzen.

Von Thomas Mitzlaff und Antje Schäfer