André Novotny (r.) packte im Vorjahr mit seinen Mitstreitern der Stiftung Hof Schlüter Weihnachtsgeschenke für die Ukraine. Nun ist vor allem medizinische Hilfe gefragt. (Foto: ilg)

Situation in der Ukraine ist katastrophal

Lüneburg. Corona hat die Welt fest im Griff. Die Ansteckungszahlen steigen. Besonders hart trifft es die Länder, deren Gesundheitssysteme der Pandemie nicht gewachsen sind. In der Ukraine krankt die medizinische Infrastruktur an allem. Die Geräte, mit denen Ärzte in den staatlichen Krankenhäusern arbeiten müssen, stammen teilweise noch aus Militärbeständen des Zweiten Weltkrieges. Und am meisten trifft die Pandemie dort die Menschen, die sich keine teure Privatklinik leisten können. Hier setzt die Lüneburger Stiftung „Hof Schlüter“ an.

Die Stiftung leistet seit rund 20 Jahren humanitäre Hilfe in der Ukraine. In der rund 80 Kilometer von Kiew entfernten und 230.000 Einwohner zählenden Stadt Bila Zerkwa unterstützt die Stiftung unter anderem mehrere Krankenhäuser mit medizinischen Geräten, Krankenhausbetten, Wäsche und vielem mehr. Jetzt hat die Pandemie zu einer dramatischen Zuspitzung der Situation in den Kliniken der Stadt geführt.

In den Krankenhäusern feht es an allem

Die Krankenhäuser sind heillos überfüllt. Ärzte und Pflegepersonal arbeiten rund um die Uhr, um die Patienten – darunter viele Covid-19-Erkrankte – zu versorgen, weiß Stiftungsvorstand André Novotny. Aber es fehle an allem, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung: Krankenhausbetten, Kopfkissen, Decken und Beatmungsgeräte für die Patienten, deren Covid-Erkrankung einen schweren Verlauf genommen hat und die künstlich beatmet werden müssen.

„Um den Menschen in Bila Zerkwa helfen zu können, sind wir ganz dringend auf Geld- und Sachspenden angewiesen. Die Situation, so berichten unsere Partner in Bila Zerkwa, ist katastrophal. Ärzte und Pfleger arbeiten bis zur völligen Erschöpfung, aber ohne die nötigen Geräte, ohne Betten, sind sie schlicht machtlos gegen das Elend“, sagt Novotny.

Lkw mit 39 Betten auf der Reise

Die Stiftung beliefert mehrere Krankenhäuser in Bila Zerkwa regelmäßig mit Hilfsgütern. Gerade verließ wieder ein Lkw, unter anderem mit 39 Krankenhausbetten, das Spendenlager der Stiftung in Lüneburg-Hagen in Richtung Bila Zerkwa.

Unterstützt wird die Lüneburger Stiftung bei ihrem humanitären Engagement von mehreren Krankenhäusern im norddeutschen Raum. Sie spenden ausrangierte, aber noch funktionstüchtige Geräte und Mobiliar. Novotny: „Jetzt ist aber der Punkt erreicht, an dem wir uns an die Öffentlichkeit mit der Bitte um Hilfe wenden, weil die Situation aufgrund der Corona-Pandemie derart dramatisch geworden ist.“ lz

Mehr Informationen: www.stiftung-hof-schlueter.de