Sabine Oppen-Schröder. (Foto: wko)

Portale im Internet bieten Service mit Haken

Lüneburg. Mit wenigen Klicks erfahren, welcher Anbieter den attraktivsten Tarif für Kredit, Versicherung, Mobilfunk, Hotel oder Stromversorgung anbietet? Damit werben Vergleichsportale im Internet. Ende November steht für viele Verbraucher die Frage nach einem Wechsel der Kfz-Versicherung an. Was liegt da näher, als einen Blick in die gängigen Vergleichsportale zu richten? Aber bieten sie tatsächlich schnelle Hilfe und einen guten Marktüberblick? Die Verbraucherzentralen haben umfassende Informationen zusammengestellt, um zu einer kritischen Nutzung von Vergleichsportalen anzuregen.

Die Portale seien meist weder neutral noch handelten sie uneigennützig, gibt Sabine Oppen-Schröder, Beraterin bei der Verbraucherzentrale Lüneburg, zu bedenken. „Der vermeintlich kostenfreie Vergleich wird mehrheitlich durch die Provisionen der Anbieter für Vertragsabschlüsse finanziert. Die Portale verdienen nur, wenn über sie auch Verträge abgeschlossen werden. Und das am besten bei dem Anbieter, der die höchste Provision zahlt.“

Ein Geschäftsmodell voller Fehlanreize

Die Anbieter wiederum stünden unter dem Druck, auf einem der ersten Plätze des Vergleichs erscheinen zu müssen – wer weiter unten im Ranking auftauche, habe kaum Chancen auf neue Kunden. „Ein Geschäftsmodell voller Fehlanreize, das zu Intransparenz und falschen Versprechungen einlädt“, so die Verbraucherschützerin. Kein Wunder, dass auch sie immer wieder Beschwerden von Kunden erreichen, die im Nachhinein enttäuscht sind vom geschlossenen Vertrag – etwa, weil sie die versprochenen Prämien oder Boni nicht erhalten, von Zusatzkosten überrascht oder bei Vertragsproblemen allein gelassen werden.

Die Portale böten die Möglichkeit, sich einen Marktüberblick zu verschaffen und Preise und Leistungen zu vergleichen. Oppen-Schröder rät: „Es ist wichtig, die Tricks und Fallstricke zu kennen und die richtigen Voreinstellungen vorzunehmen.“ Etwa gehen viele Nutzer davon aus, dass die Ergebnisliste vollständig ist. In aller Regel gibt sie jedoch lediglich einen Ausschnitt wieder. „Im Angebotsvergleich finden sich nur die Unternehmen und Anbieter, mit denen das Vergleichsportal zusammenarbeite“, erklärt die Beraterin. Verbraucher sollten daher stets weitere Quellen hinzuziehen und zum Beispiel den Preis beim Anbieter selbst gegenchecken. lz

Umfangreiche Informationen dazu gibt es auf www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/vergleichsportale im Internet.