Designer-Outlet Soltau. Foto: Archiv

Für und Wider Erweiterung

Lüneburg. Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg hat in dieser Woche mit mehr als 60 Vertretern aus Behörden, Kammern und Verbänden erörtert, wie die Unterlagen für das Raumordnungsverfahren zur Erweiterung des Designer-Outlets Soltau aussehen sollen. Dazu gab es mehrere Video- und Telefonkonferenzen. Die geplante Erweiterung des Centers von bisher 9900 auf 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche wird vor allem in Lüneburg äußerst kritisch gesehen, weil sie Kaufkraft aus der Hansestadt abziehen könnte.

Die Konferenzteilnehmer nutzten die Gelegenheit für Fragen und Hinweise zu den Gutachten, die vom Planungsträger, der Stadt Soltau, erstellt werden sollen, teilt das Amt in einer Presseerklärung mit. Diskutiert wurde dabei auch die angestrebte Sortimentsaufteilung.

Zum Hintergrund: Die Stadt Soltau hat für die Erweiterung beim zuständigen Landwirtschaftsministerium in Hannover ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren beantragt. Das ist notwendig, weil die Verkaufsfläche im Landes-Raumordnungsprogramm bisher auf 10 000 Quadratmeter begrenzt ist. Ein erster Prüfschritt für größere Einzelhandelsprojekte dieser Art ist ein Raumordnungsverfahren.

Untersuchungsrahmen festlegen

Die Stadt Soltau hat dafür die Unterlagen vorbereitet, die auf der Internetseite www.arl-lg.niedersachsen.de/rov-dos öffentlich einsehbar sind. Diese Unterlagen sehen eine differenzierte Analyse der möglichen Auswirkungen einer Center-Erweiterung auf die umliegenden Städte und Ortschaften vor. Außerdem sollen Effekte eines vergrößerten Outlet-Centers für den Tourismus in der Lüneburger Heide gutachterlich beleuchtet werden.

Wie geht es weiter? Das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg als verfahrensführende Behörde wird die Beiträge aus den Telefon- und Videokonferenzen ebenso wie die eingehenden Hinweise auswerten und den Untersuchungsrahmen für die Stadt Soltau festlegen. Dann startet das Beteiligungsverfahren, bei dem sich jeder Bürger zu den Planungen zu Wort melden kann. Nach jetziger Zeitplanung könnte das Raumordnungsverfahren im Frühjahr/Sommer 2021 starten. lz