Peter Rowohlt
Neben einer Reform der Gemeindeaufgaben ist auch die Ausstattung der Feuerwehren 2021 ein wichtiges Thema, sagt Peter Rowohlt, Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau. (Foto: A/t&w)

Das Ehrenamt stößt an seine Grenzen

Die Verwaltungschefs der Region blicken in die Zukunft. Heute: Peter Rowohlt.

Melbeck. Zunächst ist für die Samtgemeinde Ilmenau erneut ein bemerkenswertes Jahr zu Ende gegangen. Die neue gemeindeübergreifende Krippe in unserem alten Rathaus ist in vollem Betrieb und wird in 2021 vermutlich schon voll sein. Der Bundestag diskutiert den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz in der Grundschule, und die Samtgemeinde Ilmenau schafft diesen vorausschauend nach Embsen auch in Melbeck und Deutsch Evern.

Der Umbau der Grundschule Melbeck zeigt erste Konturen, und der Architektenwettbewerb für den dreizügigen Neubau der Grundschule Deutsch Evern steht im Januar vor dem Abschluss. Wir sind bisher gesund und ohne bemerkenswerte Einbußen durch die zwei Corona-Wellen gekommen. Das ist vielleicht die wichtigste Anmerkung zu 2020.

Aber lassen wir das einmal als höher angesiedeltes Thema für 2021 beiseite. Wir machen natürlich bei den beiden Schulbauprojekten weiter. An der Grundschule Melbeck wird der Ostflügel und die Mensa im Sommer fertig werden und das neue Herzstück der Schule bilden. Der Anbau am Südflügel wird im Rohbau fertig werden. Nach der Festlegung auf einen Vorschlag aus dem Architektenwettbewerb folgt für die neue Grundschule Deutsch Evern die europaweite Suche nach einem Generalunternehmen, welches den prämierten Vorschlag mit fester Budget- und Terminvereinbarung umsetzt.

Optimierung der Abläufe

Es stand die erste Fortschreibung unseres Feuerwehrbedarfsplanes an, und wir haben an den Feuerwehrhäusern Oerzen und Barnstedt bauliche Maßnahmen als Hausaufgaben im Bedarfsplan stehen. Daneben kommt ein neuer MTW und ein neues Großfahrzeug für die Wehr Deutsch Evern. Alle Atemschutzgeräteträger bekommen neue Einsatzkleidung.

Das wichtigste Projekt der Samtgemeinde Ilmenau steht aber in 2021 nicht mit Geld in unmittelbarem Zusammenhang, sondern mit der Optimierung der Abläufe für unsere Bürgerinnen und Bürger. Wir haben mit der Schaffung einer Stelle, die für die vier Gemeinden als Gemeindedirektor die jeweilige Verwaltung führt, Neuland beschritten. Aber die Erkenntnis lautet: Die Aufgaben der Gemeinden sind im Ehrenamt und nur mit den Stundenkontingenten dieser Stelle nicht mehr zu schaffen! Wir werden also in diesem Jahr einen Kraftakt stemmen und wollen diverse gemeindliche Aufgaben in die professionelle Verwaltungsstruktur der Samtgemeinde übertragen lassen. Ausdrücklich ohne Einheitsgemeinde werden zu wollen!

Dazu werden die Themen Krippe, Kindergarten, nachschulische Betreuung, Jugend- und Seniorenarbeit gehören. Wir möchten die fünf parallel arbeitenden Bauhöfe zu einem zentralen Bauhof zusammenführen, und wir wollen alle Liegenschaften der Gemeinden zentral verwalten und unterhalten.

Das immer komplexer werdende Thema „Vergaberecht“ soll ebenfalls zentral abgewickelt werden. Das ist nur ein Teil des Projektes und schon eine Herkulesaufgabe. Es wird enorm Zeit unserer Ratsmitglieder und unserer Verwaltung beanspruchen. Doch insbesondere im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger gibt es keine Alternative, denn die wollen und sollen mit einem Besuch an einer Stelle ihre behördlichen Anliegen erledigen können.