Kerstin Uffmann, Inhaberin der Lüneburger Grapengießer Apotheke, fühlt sich dem Guten Nachbarn schon länger verbunden. (Foto: t&w)
Kerstin Uffmann, Inhaberin der Lüneburger Grapengießer Apotheke, fühlt sich dem Guten Nachbarn schon länger verbunden. (Foto: t&w)

Spende statt Eigenanteil

Lüneburg. Aus unzähligen kleinen und großen Spenden, dazu aus Aktionen, speist sich der Etat des Guten Nachbarn, der seit mehr als 60 Jahren in Stadt und Landkreis Lüneburg unverschuldet in Not geratenen Menschen über die Runden hilft. Gerade Aktionen sind in Corona­zeiten aber zum größten Teil unmöglich. Umso mehr freut sich Irene Skrobanek, Vorsitzende des Guten Nachbarn, über eine Idee von Kerstin Uffmann, Inhaberin der Lüneburger Grapengießer-Apotheke.

Dort, wie bei vielen Tausend Apotheken im Bundesgebiet, ist in diesen Tagen die Ausgabe von FFP2-Masken angelaufen. Der Bund hatte die Ausgabe der gegen die Infektion mit dem Coronavirus als besonders wirksam geltenden Masken für diesen Winter für bestimmte Personengruppen beschlossen – für Menschen von über 60 Jahren und chronisch Erkrankte.

„Viele haben auch mehr gegeben“

In einem ersten Schritt sollen von den Apotheken bis zum 28. Februar jeweils sechs Masken an die betreffenden Gruppen ausgegeben werden, in einem zweiten Schritt bis Mitte April noch einmal sechs Masken. Die Krankenkasse verschicken an ihre Anspruchsberechtigten entsprechende Coupons, die Versicherten haben jeweils zwei Euro Eigenbeteiligung zu leisten.

Kerstin Uffmanns Idee: „Wir erlassen unseren Kunden die Eigenbeteiligung, tragen diese selbst. Stattdessen stellen wir es den Kunden anheim, die zwei Euro dem Guten Nachbarn zu spenden.“ Erste Spenden seien schon in die bereitstehende Spendendose geflossen, so Uffmann. „Viele haben auch mehr gegeben“, freut sich die Apothekerin.

Landfrauen stellten mehr als 5000 Masken her

Kerstin Uffmann fühlt sich dem Guten Nachbarn schon länger verbunden: Bereits im vergangenen Frühjahr, zu Beginn der Corona-Pandemie, hatte sie die Hilfsorganisation unterstützt: Rund 1000 von den Landfrauen im Kreis Lüneburg genähte Behelfsmasken wurden damals in ihrer Apotheke abgegeben. Insgesamt stellten die Landfrauen damals mehr als 5000 Masken her – rund 4500 Euro kamen so für den Guten Nachbarn zusammen.

Und im vergangenen Sommer hatte die Grapengießer-Apotheke von der benachbarten Einhorn-Apotheke auch die Ausgabe des seit 2003 zugunsten des 29Guten Nachbarn ausgegebenen Kalenders mit Lüneburger Stadtansichten übernommen. Der Kalender erschien dann aber nicht – zum Bedauern von Kerstin Uffmann. „Das tut mir sehr leid. Auch weil wir dem Guten Nachbarn gern geholfen hätten“, sagte sie damals.

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Von Ingo Petersen