Statt des traditionellen Gruppenfotos zu Beginn des neuen Jahres hat der Vorstand des Landfrauen-Kreisverbandes um Vorsitzende Sabine Block (Mitte) eine Montage erstellt: (oben v.l.) Svenja Leder, LWK-Beraterin Heike Dittmer, Susanne Hille und Inge Kilian; (unten v.l.) Annette Kammeier, Dörthe Burmester, Merle Schmidt und Annegret Soltau. (Montage: Landfrauen)

Landfrauen gehen neue Wege

Die Landfrauen im Lüneburger Kreisverband sind modern - und politisch. Das beweisen die Pläne für die kommenden Monate. So geht es um die Frage, warum Rechtsextreme auf dem Land häufiger Gehör finden als in den Großstädten.


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Die Landfrauen im Lüneburger Kreisverband sind modern - und politisch. Das beweisen die Pläne für die kommenden Monate. So geht es um die Frage, warum Rechtsextreme auf dem Land häufiger Gehör finden als in den Großstädten.

Echem. Tradition bedeutet Verlässlichkeit. Und die wollen die Vereine und Verbände ihren Mitgliedern auch in Corona-Zeiten bieten – die Landfrauen machen da keine Ausnahme. Weil sie sich in diesem Winter aber nicht zu ihrem üblichen Neujahrsgruppenfoto mit den Vorsitzenden der Ortsgruppen treffen konnten, hat die Kreisspitze digital eine Fotomontage erstellt. Es ist nicht das Einzige, das in diesen Tagen online kommuniziert wird.

„Auch die nächste Kreisverbandssitzung wird erstmals auf diese Weise stattfinden“, erklärt Kreisverbandsvorsitzende Sabine Block, „damit wir zumindest ein klein wenig Kontakt haben und uns austauschen können.“ Der Termin steht, die Einwahldaten seien zum größten Teil bereits verschickt, jede, die Lust habe, dürfe sich beteiligen. „Wir wollen damit zeigen, dass wir nicht aufgeben, auch unter diesen Umständen weitermachen und dann eben auf andere Art aktiv bleiben.“

Bewusstsein für das Thema Demokratie

Das sind sie aber nicht nur auf Kreisebene: Vor gut einer Woche startete der Landesverband die digitale Vortragsreihe „Hingehört!“, bei der es noch bis Ende März verschiedenste Beiträge zum Projekt „Demokratie meint Dich – Frauen fair-treten im ländlichen Raum?“ gibt. Das Programm soll drei Jahre lang Bewusstsein für das Thema Demokratie auf dem Land machen, sei sie gerade dort für den Einzelnen doch oft direkter erlebbar, weil Mitbestimmen leichter möglich und mitunter auch notwendiger sei, so die Idee hinter dem Programm.

„Was heißt eigentlich Demokratie und wie kannst Du Dich einbringen?“, lautet daher auch der Auftaktvortrag, in dem Inken Held, Juniorprofessorin für Didaktik und Politische Bildung an der Technischen Universität Kaiserslautern, sich mit den Themen „Sich einmischen und mitmischen“ befasste. Beides seien zwei wichtige Prinzipien demokratischen Handelns, so die Referentin, beides seien aber auch Prinzipien, die bei den Niedersächsischen Landfrauenverbänden fest verankert seien, wiesen sie doch mit ihren politischen Aktivitäten die Gesellschaft auf Missstände hin, und das sei gelebte Demokratie. Die Petition für ein Schulfach „Ernährungs- und Verbraucherbildung“ sei nur ein Beispiel dafür.

Gefahr durch Rechtsextreme

Was der ländliche Raum für Vorteile in Bezug auf die Mitbestimmung mit sich bringe, berge auf der anderen Seite aber auch Gefahren: „Wir holen uns unser Land zurück“ – wie Rechtspopulismus unsere liberalen Demokratien gefährdet“, behandelt deshalb Jörn Didas, Politikwissenschaftler und Soziologe, ein Thema, das den Rechtsstaat gefährdet. Auf dem Land seien rechtsextreme Organisationsformen erfolgreicher als im urbanen Ballungsgebiet. Dem gelte es, sich entgegenzustellen, beginnend mit einer Schärfung des Bewusstseins.

Alle Veranstaltungen dieser Vortragsreihe sind nicht nur für Landfrauen offen – unter www.landfrauen-nlv.de können die Links zu den einzelnen Themen heruntergeladen werden. Die Zugangsdaten für die Kreisverbandsitzung, die am Mittwoch, 17. Februar, ab 19.15 Uhr online stattfinden wird, können alle interessierten Landfrauen über ihre Ortsvorsitzenden beziehen.

Von Ute Lühr

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