Brigitte Müller (vorne, r.) hält einen symbolischen Scheck in den Händen. Darüber freuen sich Ulla Stein-Cadenbach (hinten, r.) vom DRK-Kindergarten in Artlenburg, Sabrina Karthun-Strijbos vom Waldkindergarten Boltersen (hinten, l.) und Christopher Schumann von der Kita Scharnebeck.

Effektiv und nachhaltig

Scharnebeck. Das Leben ist ein Geben und Nehmen. Im Fall des B-Kleidungs-Treffs in Scharnebeck auch mal umgekehrt: Weil die Samtgemeinde der sozialen Einrichtung mit Zuschüssen zu Miete und Strom die Existenz gesichert hat, gibt diese den Überschuss an die Kommune wieder zurück. 9000 Euro spendet das Team jetzt den Kindergärten der Verwaltungseinheit – Geld, das diese in die gesellschaftliche Zukunft investieren können.

Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es den B-Kleidungs-Treff in Scharnebeck. Entstanden ist er ursprünglich als Kleiderkammer für jene Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland kamen. „Ich wollte den vielen Menschen damals einfach nur unter die Arme greifen“, erinnert sich Brigitte Müller, einer der Helferinnen der ersten Stunde, „und packte mit an“.

Entstanden aus einer Notunterkunft

Im ehemaligen Krankenhaus wurde eine erste Notunterkunft organisiert, diente parallel als Anlaufstation für Spenden. Organisieren, sortieren und zuteilen. Von Beginn an war viel Unterstützung gefordert. Schon ein Jahr später ebbte der Bedarf ab, die Kleiderkammer stand fortan allen Bürgern zur Verfügung.

„Bei uns geben die Menschen das ab, was sie nicht mehr tragen wollen oder können, und wir verkaufen es dann zu einem sehr geringen Preis weiter“, erklärt Brigitte Müller. Sie kennt nicht nur ihre Zulieferer, sondern auch ihre Klientel: „Zu uns kommen solche, die ein Schnäppchen schlagen wollen, solche, die etwas knapp bei Kasse sind, aber auch solche, die ökologisch denken und sich gegen die Wegwerfmentalität stellen.“

Viel Kinderkleidung im Angebot

Herren-, Damen- und vor allem Kinderkleidung hat die dem Lebensraum Diakonie angeschlossene Einrichtung im Angebot – und da könnte die Nachfrage noch steigen: „Wir hätten gerne noch mehr Eltern und auch Jungen und Mädchen, die sich bei uns umsehen“, so Brigitte Müller – denn die Räume platzen aus allen Nähten: Im Dezember 2018 musste die Kleiderkammer im ehemaligen Krankenhaus schließen, fand Im Ölkamp eine neue Adresse. Allerdings nicht ganz so viel Platz.

Das ist aber auch der einzige Punkt, der Brigitte Müller ein wenig Sorgen bereitet, „sonst läuft alles hervorragend“, sagt sie. Ständig erhält die Einrichtung saubere und gut erhaltene Kleidung, „wofür wir uns natürlich sehr herzlich bedanken“, und auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter halten dem B-Kleidungs-Treff die Stange: Zwischen 20 und 30 Menschen engagieren sich hier regelmäßig.

Der B-Kleidungs-Treff Scharnebeck hat immer montags von 9 bis 12 und zwischen 15 und 18 Uhr geöffnet.

Von Ute Lühr