Donnerstag , 1. Oktober 2020
Angela Maria Peltner ist als Komparsin im Dauereinsatz. Bei den Rosen hat sie nun ebenfalls eine kleine Rolle. Ausgestrahlt werden die Folgen mit ihr vom 25. August an. Foto: Michael Behns

Der glamouröse Alltag als Komparsin

Lüneburg. Es klingt ein wenig paradox, wenn sie erzählt, dass sie selbst nicht mal einen Fernseher hat. Dabei ist Angela Maria Peltner immer wieder auf dem Bild schirm zu sehen. Als Maria kellnert sie sich im „Mauerwerk“ durch die Dauer-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, sie tanzte im Til-Schweiger-Film „Zweiohrküken“ und an der Seite von Tom Hanks in „Cloud Atlas“. Doch dass ihr Name angesichts solch prominenter Arbeitsnachweise noch nicht den allergrößten Klang hat, mag daran liegen, dass die 38-Jährige vor allem als Komparsin arbeitet. Ihre Auftritte sind eher kurz und spielen für die Handlung keine tragende Rolle. In ihrem Fall liegt das nicht etwa am fehlenden Talent für mehr, die Berlinerin hat sich bewusst dafür entschieden. Nun ist sie auch bei den Roten Rosen in einer kleinen Rolle zu sehen.

Mehr als tausend Einsätze habe sie schon gehabt, sagt Angela Maria Peltner. Sie hat sogar ein Buch darüber geschrieben, der durchaus von Selbstironie geprägte Titel „Durchs Bild gelaufen: Mein total glamouröser Alltag als Komparsin“. Darin beschreibt sie, wie sie einst Hollywoodgröße Liam Neeson verarzten durfte, aber auch, wie viele Stunden sie wartend auf Bierbänken hockt, nur um dann einmal als stumme Krankenschwester ein Klemmbrett durch den Klinikgang zu tragen. Dabei könnte sie gerade in der Rolle mehr glänzen, schließlich hat sie den Job der Krankenschwester mal gelernt.

Bei den Roten Rosen darf‘s ein bisschen mehr sein. Sie spielt die in New York lebende Schauspielerin Mareike Heitland, die von Gregor Pasch (Wolfram Grandezka) angeheuert wird, um in Lüneburg als Ökobäuerin Interesse am Hof von Bruno und Henning Maiwald (Wolfgang Häntsch und Herbert Ulrich) vorzugaukeln – tatsächlich will der gewiefte Geschäftsmann den Ziegenhof selbst kaufen und setzt dabei auf die Strohfrau als taktisches Hilfsmittel. Zu sehen ist das Ganze ab 25. August.

Auch wenn Angela Maria Peltner nur zwei Drehtage in Lüneburg hatte, wollte sie ihre Eindrücke nicht bloß von Produktionshalle und Hotelzimmer bestimmen lassen: „Ich habe einen Taxifahrer gefragt, was ich mir denn hier so anschauen sollte und war dann unter anderem am Stintmarkt, bin durch die Altstadt geschlendert und habe im Inselsee gebadet“, erzählt Fachfrau für Kurzauftritte. Am Set traf sie dann auch eine alte Bekannte: „Mit Claudia Schmutzler habe ich schon bei SOKO Wismar gedreht, sie ist eine gute Freundin“.

Heute singt sie bei „Cläng“

Die gebürtige Magdeburgerin mit einem Faible fürs Kochen („Bouletten sind mein Leibgericht“ hatte einst Geschichte, Literatur und Musik studiert, wohl mehr als Alibi für die Eltern. Denn ihre eigentliche Leidenschaft, das Musikmachen, klingt nicht nach dem sicheren Einkommen, auf das viele Mütter und Väter bei ihrem Nachwuchs hoffen, wenn sie auf „was Solides“ drängen – obgleich die Leidenschaft bewusst gefördert wurde. Mit ihrer Familie musizierte sie schon in jungen Jahren in Altenheimen, ihr älterer Bruder ist heute Berufsmusiker und Bassist in einer Band. Mit ihrer ehemaligen Band „3viertelelf“ trat Peltner 2015 bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ für Sachsen-Anhalt an, am Ende reichte es nicht für eine vordere Platzierung. Heute singt sie bei „Cläng“. Und damit der Broterwerb nicht zur dauerhaften existenziellen Frage wird hat sie als weitere Standbeine eben die Komparsenjobs und ihre Autorentätigkeit. „Ich schreibe auch Drehbücher und Gedichtbände. Gerade habe ich zudem einen Roman geschrieben, der ,Songs für Greta‘ heißt und im kommenden Jahr erscheinen wird. Als Künstlerin sollte man sich eben nicht nur auf eine Sache verlassen.“

Von Alexander Hempelmann

Aktion am Mittwoch

Aderlass

Auf Initiative von Claudia Schmutzler, als Astrid Richter Hauptdarstellerin der laufenden Staffel, wird das Team der Roten Rosen am kommenden Mittwoch, 5. August, im Studio an der Lilienthalstraße in geballter Stärke zur Blutspende antreten. Darsteller und andere Mitarbeiter der Produktionsfirma wollen in ihren jeweiligen Drehpausen dazu beitragen, das jenen Menschen geholfen wird, die durch eine Krebserkrankung, durch Verletzungen oder Unfälle auf fremdes Blut angewiesen sind. Der Zeitpunkt der kollektiven Aktion ist nicht zufällig gewählt, denn gerade im Sommer, wenn viele Menschen in den Ferien weilen, ist der Vorrat an lebenswichtigen Blutkonserven immer besonders knapp.