Dienstag , 22. September 2020
Küsterin Martina Kröger führt mit dem Tablet Regie. Sie kann die Beschallung im Dom mit dem Mobilgerät steuern. Die tolle Technik erfreut Pastoren und Kirchenvorstand gleichermaßen. Foto: Michael Behns

Herrlicher Klang erfüllt den Dom

Bardowick. Neue Töne hallen durch den Bardowicker Dom. Die St. Peter und Paul Kirchengemeinde hat eine moderne Beschallungsanlage in das Gotteshaus einbauen las sen. Eine Wohltat für die Ohren der Dombesucher. Denn: „Das Rauschen, Knarzen und Knistern der rund 35 Jahre alten Vorgängeranlage haben genervt. Es war unangenehm, genauso wie die Schalllöcher, die sie ständig verursacht hat“, berichtet Pastor Hans-Martin Kätsch.

Das habe immer wieder dazu geführt, dass vieles nur schwer für Gottesdienstteilnehmer zu verstehen gewesen sei. Das ist nun vorbei. „Endlich können wir das rüberbringen, was wir wollen. Es ist klar und deutlich zu hören“, freut sich Pastorin Amélie zu Dohna.

Das Herzstück steht in der Sakristei. „Eine digitale Matrix mit Steuereinheiten für 44 Eingänge und 30 Ausgänge“, erläutert Axel Hartig. Sein Unternehmen hat die Beschallungsanlage installiert. „Wenn man will, kann sich eine ganze Band da einstöpseln und richtig schön Musik im Dom machen“, sagt er. Über genug Wumms verfügt die Anlage: 31 Lautsprecher beschallen das Gotteshaus, vorher waren es nur etwa halb so viele.

Private Musikwünsche erfüllen

Dazu gibt es drei Mikrofone für den Gottesdienst und sechs funkgesteuerte Headsets. „Die sind super und praktisch. Wir sind nun beweglicher und können während der Gottesdienste durch die Gänge gehen, vorbei an den Besucherbänken“, sagt Amélie zu Dohna.

Regie führt übrigens, wer das dazugehörige Tablet in den Händen hält. Meistens ist es Küsterin Martina Kröger. „Egal, wo sie gerade im Dom ist. Mit dem Tablet kann sie sämtliche Mikros bedienen“, berichtet Hans-Martin Kätsch. Nicht nur das, ergänzt seine Kollegin. „Per Tablet lässt sich auch die Beleuchtung im Dom steuern“, sagt Amélie zu Dohna.

Die neue Beschallungsanlage macht es außerdem möglich, zum Beispiel Trauungen und Taufen individuell zu gestalten. „Wir können per MP3 und CD Lieder einspielen und so private Musikwünsche erfüllen“, erläutert Pastor Kätsch.

Außerdem können Bands im Dom spielen und Gruppen Aufführungen veranstalten, immer mit gutem Sound.

Eine Investition, die sich gelohnt hat

Die Neuanschaffung für den Dom hat rund 45.000 Euro gekostet. Das baugleiche Vorbild sorgt im Verdener Dom für die ideale Klangwirkung. „Wir haben uns die Anlage dort angehört und waren sofort begeistert“, sagt er. Die Landeskirche Hannover hat einen Zuschuss gewährt, zudem gab es Spenden für den Kauf der Anlage.

Eine Investition, die sich gelohnt hat. Darüber sind sich Kirchenvorstand und Pastoren einig. „Die Tonqualität ist deutlich besser geworden. Davon profitieren vor allem diejenigen, die schlechter hören können“, meinen die beiden Pastoren. Zumal die alte Induktionsschleife für Hörgeräte weiterhin nutzbar ist.

Der Dom ist technisch und akustisch nun top. Doch was die neue Anlage noch alles so kann, das testen die Bardowicker erst aus.

„Wir befinden uns gerade in der Erprobungs- und Gewöhnungsphase“, sagt Hans-Martin Kätsch. Denn die Technik wurde erst während der Corona-Zwangspause eingebaut. „Wir haben die Zeit ohne Gottesdienste für den Umbau genutzt.“ Nun werden die Ohren gespitzt, um zu hören, wie die neuen Töne im Dom optimal klingen.

Von Stefan Bohlmann