Mittwoch , 12. August 2020

Polizist bei Einsatz verletzt

Lüneburg. Polizei-Einsatz auf dem Gelände der Leuphana Universität: Während einer Routine-Kontrolle in der Nacht zu Freitag kam es auf dem Campus an der Scharnhorststraße zu einer Auseinandersetzung zwischen drei Beamten in Zivil und einer Gruppe von jungen Männern. Dabei wurde ein Polizist verletzt, wahrscheinlich hat er sich die Hand gebrochen. Gegen einen 26-Jährigen, der Widerstand geleistet haben soll, wird derzeit ermittelt. Zwei beteiligte Männer spielten bei der Schießerei in Kaltenmoor im April 2018 eine Rolle.

Gegen 00.40 Uhr fielen einer zivilen Polizeistreife zwei Gruppen von jeweils ca. acht Personen auf dem Gelände der Universität auf, aus deren Richtung deutlicher Marihuana-Geruch wahrnehmbar war. Eine der Gruppen, bestehend aus jungen Leuten, bei denen es sich höchstwahrscheinlich um Studenten handelte, spielte Karten, trank Alkohol und hörte Musik. Ein Mann aus der zweiten Gruppe warf, als die Polizeibeamten erkannt wurden, einen Joint weg.

Die Gruppenmitglieder versuchten sich der Kontrolle und Personalienfeststellung zu entziehen, woraufhin Verstärkung angefordert wurde. Die Polizeibeamten wurden von den Betroffenen u.a. als „Scheiß Deutsche“ und „Rassisten“ beschimpft und bedroht. Im Rahmen einer Identitätsfeststellung kam es zu einem Widerstand mit einem 26-Jährigen. Ihm wurden schließlich Handfesseln angelegt und er wurde mit zur Polizeiwache genommen. Ein Polizeibeamter wurde hierbei so verletzt, dass er nicht mehr dienstfähig war und für mehrere Wochen ausfallen wird.

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte

Die Situation drohte laut Polizeisprecherin Antje Freudenberg weiter zu eskalieren, als sich eine studentische Gruppe mit den anderen solidarisierte und den Beamten ein rassistisches Vorgehen vorwarf: Sie hätten die jungen Männer nur wegen ihres ausländischen Aussehens kontrolliert. Dem widerspricht Polizeisprecherin Freudenberg aufs Schärfste und kritisiert im Gegenzug die vorbehaltlose Solidarisierung mit den amtsbekannten Personen mit Verbindungen in die Drogenszene. Bei den Männern im Alter von 23 bis 26 Jahren, handelte es sich um Personen, die bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten sind und teilweise als Drogenkonsumenten, gewaltbereit bzw. bewaffnet bekannt sind; zwei der Männer waren nach dem Vorfall im April 2018 in Kaltenmoor, bei dem ein damals 20-Jähriger durch einen Schuss ins Bein verletzt wurde, vorläufig festgenommen worden.

Es wurden zwei Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet.

Die Unbeteiligten haben sich mit Personen solidarisiert, die in der Vergangenheit wiederholt massiv in Erscheinung getreten sind. Eine Amtshandlung zu stören kann unter Umständen dazu führen, dass auch gegen die Störenden Maßnahmen ergriffen bzw. Ermittlungen eingeleitet werden. lz