Samstag , 31. Oktober 2020
Die KVG-Busse werden immer wieder von Unbekannten verschmutzt oder beschädigt. Foto: A/ta

Vier Wochen nicht gereinigt

Lüneburg. Vier Wochen lang klebte die vertrocknete Erdbeere an der selben Stelle im Bus. Für Lars Blank, der regelmäßig mit der Linie 5007 vom Rosenkamp zur Arbeit fährt, nicht nur kein schöner Anblick, sondern auch ein Thema, das Zweifel an den Hygienemaßnahmen der KVG aufkommen ließ. KVG-Betriebsleiter Werner Bobleter räumt Fehler ein und übt auch intern Kritik.

„Das war nicht in Ordnung, dafür möchten wir uns entschuldigen“, sagt Werner Bobleter. Besonders übel: Er war von Lars Blank bereits nach zwei Wochen auf die beharrlichen Obstreste neben dem Sitz aufmerksam gemacht worden, doch es änderte sich nichts. Als nochmals zwei Wochen vergingen und die Überbleibsel der ehemals roten Frucht immer noch nicht beseitigt waren, wandte der Oedemer sich an die LZ.

„Überall lag Sand“

„Der Bus wurde offensichtlich die ganze Zeit lang nicht gereinigt, anders ist das ja nicht zu erklären“, sagt Lars Blank. Darauf deutete nach seiner Darstellung der gesamte Zustand des Businneren hin: „Überall lag Sand, die Fenster waren schmierig, es sah schlimm aus. Und das in Corona-Zeiten.“

Wie es dazu kommen konnte, erklärt Werner Bobleter so: „Unsere Busse werden jeweils vor Schichtbeginn, also früh morgens und mittags, gereinigt. Während des Wechsels gibt es aber Fahrzeuge, die weiter unterwegs sind, um die Fahrpläne einzuhalten. Die werden dann später gereinigt.“

Kritik seitens der Fahrgäste willkommen

Dabei muss der betreffende Bus bei der Planung „durchgerutscht“ sein, wie der KVG-Betriebsleiter vermutet. Dass dies aber auch den eigenen Busfahrern nicht aufgefallen sein will, wundert Bobleter dann doch. „Ich habe das zum Anlass genommen, das Thema bei uns grundsätzlich anzusprechen. Denn auch die Fahrer sind angewiesen, nicht akzeptable Zustände zu melden.“ Fehler seitens der beauftragten Reinigungsfirma sieht Bobleter nicht, „mit dem Unternehmen arbeiten wir seit kurzem zusammen und sind sehr zufrieden“. Auch Kritik seitens der Fahrgäste sei willkommen: „Wenn wir von Missständen erfahren, können wir darauf reagieren.“

Damit nicht wieder etwas durchrutscht, habe er sich der Sache nun persönlich angenommen.

Von Ulf Stüwe