Samstag , 24. Oktober 2020
VHS-Geschäftsführerin Christiane Finner (re.) und die pädagogische Leiterin Claudia Kutzick schauen optimistisch und neugierig auf „morgen“. Foto: t&w

Start mit neuen Akzenten

Lüneburg. Das Programmheft ist mit 80 Seiten nur halb so dick wie sonst. Aber das täuscht, versichert Volkshochschule-Geschäftsführerin Christiane Finner: „Wir haben nicht weniger Programm. Es ist nur anders dargestellt“, erklärt sie.

Für die ersten der mehr als 600 Angebote geht es mit dem Ende der Sommerferien los. „Wir freuen uns riesig drauf“, betont Finner, die zuversichtlich ist, dass die Erfahrungen aus den vergangenen Wochen die Volkshochschule wieder zu dem macht, was sie sein will: Ein Ort der Begegnung – mit neuen Akzenten. Damit beantwortet sie auch das Motto „Und morgen?“ des neuen Halbjahres-Programms.

„Es waren zehn Tage der Schockstarre“, erinnert sich die VHS-Leiterin an den Lockdown ab Mitte März ,als sie selbst gerade erst zehn Wochen in Lüneburg war. Homeoffice und E-Learning – „es war ein Crash-Kurs Digitales, den wir uns dann verordnet haben“, blickt sie zurück. Schließlich ging es um Schulabschlüsse, etwa für Geflüchtete, und wichtige Weiterbildungen. Da galt es, keine Zeit zu verlieren.

E-Learning ist kein Fremdwort mehr

Die Geschäftsführerin sieht ihr Haus nunmehr gut aufgestellt. Das zieht sich auch durch das neue Programm. E-Learning ist jetzt kein Fremdwort mehr. Es gibt Hybrid-Angebote mit Präsenz- und Digitalangeboten. Mit dem Startschuss ins neue Semester geht es aber nicht nur ums Lernen, sondern auch ums Treffen und nicht zuletzt ums Wiedersehen.

„Viele unserer Kursleitungen haben ein ganz besonderes Verhältnis zu den Teilnehmenden“, unterstreicht Finner. Dieser Kontakt sei gerade während der vergangenen Monate wichtig gewesen. So starten manche Angebote jetzt in größeren Räumen, an neuen Orten oder für einzelne auch mit speziellen digitalen und individuellen Angeboten.

„Dass man Yoga auch draußen anbieten kann, wäre uns vorher wohl nicht in den Sinn gekommen“, muss die Leiterin selbst schmunzeln. Finner freut sich über neue Orte: Das mosaique in der Innenstadt etwa, das One World in Reinstorf oder auch das eigene VHS-Domizil, die Domäne Scharnebeck, sind jetzt neue Lernräume. Fingers persönlicher Favorit: Das Gasthaus Grote in Barnstedt – „für den Kurs Kreatives Schreiben kann ich mir keinen besseren Ort vorstellen.“

„Netzwerken mit Xing“

Durch ihre Antrittsbesuche bei den Bürgermeistern hat sie neue Impulse für das Angebot auf dem Land bekommen. „Da waren echt coole Ideen dabei. Es lohnt sich, auch mal rauszugehen“, findet sie. Das werden Finner und ihre Crew auch mit dem neuen Programmheft tun. Mit einem Bollerwagen wollen sie ihr gebündeltes Bildungsangebot im August an den Markttagen in der Lüneburger Innenstadt an den Mann und die Frau bringen.

„In den Bereichen Sprachen, Gesundheit, Politik, Kultur, IT und Beruf findet jede und jeder etwas, das sich zu lernen lohnt“, wirbt die pädagogische Leiterin Claudia Kutzick. Drei- bis fünftägige Bildungsurlaube seien besonders interessant für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Unternehmen, die Wert auf kompakte Weiterbildung legen. Computer-, Fremdsprachen- oder Kommunikationstrainings, Kurse zu gesunder Haltung und Ernährung oder Seminare zu gesellschaftlichen Themen sollen neue Impulse für das Arbeitsleben und die persönliche Entwicklung setzen.

Leiterin Finner will neben dem Kreativen Schreiben „Netzwerken mit Xing“ vertiefen, freut sich auf den Kurs „Lust zu Tanzen“ und plant, auch mal das Stand-Up-Paddeln auszuprobieren. „Wir haben sehr viel“, verspricht sie. Und das bei gleichgebliebenen Kursgebühren. „Wer sich unsicher ist, kann sich von uns beraten lassen. Wir finden was Geeignetes.“

Das neue Programm gibt es an den üblichen Auslagestellen in Stadt und Landkreis. Weitere Infos unter www.vhslg.de.

Von Marc Rath