Mittwoch , 12. August 2020
Das kleine historische Häuschen in der Bardowicker Schulstraße soll umgebaut werden zu einer öffentlichen Toilette. Foto: phs

Stilles Örtchen am Dom

Bardowick. Auch Besucher des Bardowicker Doms sollen es sich künftig nicht mehr verkneifen müssen: Der Flecken Bardowick plant, das Gebäude der alten Waschküche gegenüber dem Rathaus zu einem öffentlichen Toilettengebäude umzubauen. Dafür steht jetzt Geld aus der Städtebauförderung bereit. Zudem bemüht sich der Flecken um das Einwerben weiterer Fördermittel, denn es gibt noch mehr Ideen, um die Aufenthaltsqualität im Bardowicker Altdorf zu erhöhen, berichtet auf LZ-Nachfrage der stellvertretende Gemeindedirektor Arndt Conrad.

Zuletzt hatte die Gemeinde 389.000 Euro aus der Städtebauförderung abgerufen und damit teilweise den Grundstückskauf des alten Sparmarkts im Altdorf, den Gebäudeabriss und den Bau von Parkplätzen bezahlt. Im Juni habe es dann die nächste Förderzusage für Bardowick gegeben über 1,45 Millionen Euro. Damit soll nun auch die alte Waschküche in der Schulstraße zu einem öffentlichen Toilettengebäude umgebaut werden und die Containertoiletten in Dom-Nähe ersetzen. Das kleine Häuschen wurde in früheren Jahrzehnten schon mal als sanitäre Einrichtung genutzt und zwar für die benachbarten Schulstandorte, die früher im Dom­umfeld standen und an die heute nur noch der Straßenname erinnert.

„Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“

Mit den Fördermitteln sollen auch andere Projekte angegangen werden, die bei der Gemeinde schon lange auf der Wunschliste stehen. Zum Beispiel soll die Einmündungssituation der Straße Im Sande in die Große Straße umgestaltet werden. Auch der Erhalt der Domschänke könnte nun wieder bei der Ratspolitik in den Blick geraten, ebenso wie die weitere Nachnutzung des ehemaligen Sparmarkt-Areals.

Seit Jahren befindet sich die Gemeinde Bardowick im Städtebauförderprogramm für „aktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Die Richtlinie dafür wurde jüngst reformiert, das Teilprogramm läuft nun unter dem Titel „Lebendige Zentren – Erhalt und Entwicklung der Stadt- und Ortskerne“. Um weiterhin Mittel daraus einzuwerben, musste auch Bardowicks „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) weiterentwickelt werden. Der neuen Fassung hat jetzt der Bardowicker Fleckenrat einhellig zugestimmt. Laut Conrad ergeben sich daraus neue Fördermöglichkeiten für den Klimaschutz. So können jetzt Fördermittel für Begrünungsmaßnahmen bei Straßen und Plätzen sowie Bodenentsiegelungen beantragt werden. Weitere Ideen sollen im Verlauf der zweiten Jahreshälfte im Rahmen einer Bürgerbeteiligung erarbeitet werden.

Das sogenannte Sanierungsgebiet, in dem die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, umfasst im Großen und Ganzen das Domumfeld, den Bereich rund um die Geschäftsmeile Pieperstraße sowie den Alten Markt, und auch der Festplatz Hinter der Worth liegt noch in dem Areal. Conrad betont, dass neben Gemeindeprojekten auch private Maßnahmen von der Förderung profitieren können.

Von Dennis Thomas