Dienstag , 22. September 2020
Wer die Rosen schon länger schaut, kennt Frederic Böhle bereits. Jetzt kommt er als Theo Lichtenhagen für ein Gastspiel zurück nach Lüneburg. Foto: be

„Ich hatte ein großes Tief“

Lüneburg. Für ihn ist es die zweite Rückkehr, aber die erste, die nicht von vornherein eingeplant war: Frederic Böhle dreht gerade wieder für die Roten Rosen. Für drei Wochen und 15 Folgen steht der 32-Jährige wieder als Theo Lichtenhagen für die ARD-Dauerserie vor der Kamera. Zu sehen sind die Folgen im September.

Theo ist der Sohn des Anwalts Torben Lichtenhagen (Joachim Kretzer). Bereits von 2014 bis 2018 war die Figur – mit einer längeren Unterbrechung – Teil der Serie. Im Mai 2018 hatte er Lüneburg und die Telenovela verlassen, um mit einem Freund auf Weltreise zu gehen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Nun kehrt er für ein kurzes Gastspiel zurück.

Böhle aber hatte andere Projekte

Das Produktionsteam hatte eigentlich schon im vergangenen Jahr angefragt, ob er sich noch einmal vorstellen könne, als Theo für eine Stippvisite wieder zu den Rosen zu stoßen. Böhle aber hatte andere Projekte, genauso bei der neuerlichen Anfrage in diesem Jahr. Doch dann verschob sich wegen Corona der anvisierte Drehtermin und Böhle sagte doch zu. „Dafür hätte ich sogar in Kauf genommen, dass sich mein Rosen-Dreh eine Woche lang mit einem Theaterprojekt in Berlin überschneidet, wo ich am Theater in einem Stück über Ton Steine Scherben und Rio Reiser mitspielen sollte – als Nikel. Ich hätte tagsüber in Lüneburg gedreht und abends in Berlin auf der Bühne gestanden“, erzählt er im LZ-Gespräch. Weil die Theateraufführungen dann ebenfalls Corona zum Opfer fielen, bleibt ihm der Reisestress nun erspart.

Überhaupt hat die Pandemie auch sein Leben gehörig durcheinandergewirbelt, gibt der Schauspieler und Sänger zu. „Eigentlich war das ganze Jahr durchgeplant. Dann kamen plötzlich täglich Mails mit Absagen und ich hatte ein großes Tief. Das war keine leichte Zeit, aber jetzt geht es ja so langsam wieder richtig los.“ Direkt nach dem Rosen-Dreh zum Beispiel nach Heidenheim, wo er zu Beethovens Egmont den Text Goethes rezitieren wird. „Ulrich Tukur hatte keine Zeit“, sagt er und lacht. Denn beide seien im Egmont-Dauereinsatz: „Tukur und ich bespielen das Beethoven-Jahr quasi zu zweit.“

„Ich hatte am Set sofort wieder ein wohliges Gefühl“

Doch zuvor stand für den Münchner das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten und auch die Begegnung mit einigen neuen Gesichtern in Lüneburg an. „Auf der Fahrt hierher hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Es war ein bisschen so, wie zu einer alten Liebe zurückzukehren“, umschreibt Böhle. Doch offenbar lodern da noch ein paar Flammen, denn der Rückkehrer bekennt: „Ich hatte am Set sofort wieder ein wohliges Gefühl. Es gab keine Hürden, die Atmosphäre war trotz der ganzen Corona-Umstände ausgesprochen gut.“ Dass ihm in der ersten Arbeitswoche bei 36 zu drehenden Bildern, wie es im Branchenjargon heißt, keine Zeit blieb, auch mal wieder ein bisschen was von Lüneburg zu sehen, konnte er verschmerzen. „Das haben wir dann nachgeholt.“

Was Theo wieder in seine alte Heimat treibt, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden, nur so viel: Es hat einen ernsten Hintergrund.

Offen ist für Böhle auch, ob es nach der zweiten auch irgendwann mal eine dritte Rückkehr geben wird: „Diese Entscheidung obliegt nicht mir. Grundsätzlich glaube ich, dass die große Geschichte der Figur auserzählt ist, aber kleine Tupfer, wie jetzt bei diesem kurzen Gastspiel, könnte ich den Rosen sicher immer mal wieder geben.“

Von Alexander Hempelmann