Freitag , 18. September 2020
Im Ferienprojekt der Paulusgemeinde erfahren die Kinder durch eine Aufführung spielerisch, was es mit Eva, Adam und dem Apfel auf sich hat. Die Zwillinge Marieke und Jakob Mattheus hören gespannt zu, was ihr Teamer Florian Brockes zu berichten hat. Foto: t&w

Ferienspaß trotz Corona

Lüneburg. Bei strahlendem Sonnenschein tanzen Kinder zur Musik aus Disney’s Dschungelbuch auf der Wiese hinter der Kirche. Wenn Teamer Basti von Schnakenburg die Musik stoppt, müssen sie erstarren. Zu einem Baum, einem Haus oder einem Fels. Wer am langsamsten ist, scheidet aus und so lichten sich die Reihen, bis zwei Finalistinnen zu den Siegerinnen gekürt werden.

Es ist der vierte Tag des einwöchigen Ferienprojekts der evangelischen Paulus-Gemeinde am Kreideberg, das lange Zeit coronabedingt auf der Kippe stand.

Gelände mit Actionstationen gepimped

Seit 1995 organisiert die Gemeinde das Projekt im Zweijahresturnus, mit einer großen Zeltstadt und rund 80 Kindern. Dieses Jahr werden 40 Kinder auf zwei Wochen und jeweils drei Gruppen aufgeteilt, alle Aktionen finden in der Kirche, dem Gemeindehaus und dem Garten statt. Schlechter ist es nicht in diesem Jahr, aber anders: „Mit Kindern nicht zu singen, fühlt sich falsch an“, sagt Pastorin Kerstin Herrschaft. Diakon Hergen Ohrdes fehlt das Fußball spielen. „Weil Vieles in diesem Jahr wegfällt, haben wir das Gelände mit Actionstationen gepimped“, erzählt er. Es gibt eine Hüpfburg, eine Mini-Golf- und Badminton-Station so wie einen Wasserspielplatz.

Angespannt seien sie vorab gewesen, räumen Kerstin Herrschaft, Hergen Ohrdes und Franziska Bau, die Diakonin in Ausbildung, ein.

„Sonst ist das ein Selbstläufer, wir wissen was kommt“, sagt Ohrdes. Im Zirkuszelt entstehe die Stimmung von ganz alleine, jetzt müssen die Kinder mehr animiert werden. Ob die jugendlichen Teamer das schaffen, fragte sich Kerstin Herrschaft im Vorfeld. „Mit den Gruppen kommen sie von 10 Uhr bis 16.30 Uhr nicht zum Luftholen. Aber sie machen das super.“

Vorfreude auf den Barfußpark

Ein Vorteil: Die Arbeit in den kleinen Gruppen sei intensiver, meint Herrschaft. Heute geht es um Verstecken, Ausreden und Lügen, schlechtes Gewissen. „Wir versuchen, alte biblische Erzählungen auf die Lebenswelt der Teilnehmer zu übertragen“, erklärt Herrschaft. „Wir sagen, wer wir sind, es geht um Gott, das ist der rote Faden.“ Doch das Weltliche kommt nicht zu kurz, so ist die Vorfreude auf den Barfußpark, das Freibad und den Kinoabend groß. Krönender Abschluss ist der Familiengottesdienst am Sonntag.

Auch die Samtgemeinde Bardowick ist froh, dass ihr Programm stattfinden kann. „Die Kinder freuen sich riesig. Endlich wieder ein bisschen Normalität, für sie genauso wie für uns. Viele Familien fahren in diesem Jahr nicht in den Urlaub, das macht unser Angebot umso wertvoller“, sagt Sandra Cordes-Bertram von der Jugendabteilung. Heute ist sie mit den Kindern im Museum Lüneburg, hier erfahren die Kinder vieles über die Entstehung der Erde und stellen aus Gips eigene Fossilabdrücke her. Auf dem Programm stehen unter anderem noch eine Alpaka-Tour durch Lüneburg, ein Ausflug ans Meer, der Heidepark Soltau und der Trampolin-Park in Bispingen. Cordes-Bertram: „So wie es ist, ist es für den Moment genau richtig. Unsere große Fahrt nach Prag läuft uns nicht weg, die holen wir nach.“

In dem Ferienprojekt der Paulusgemeinde sind für die kommende Woche noch Plätze frei. Die Kosten betragen 90 Euro.

Von Lea Schulze