Freitag , 2. Oktober 2020
Die Landesregierung hat mit den Gewerkschaften und den kommunalen Spitzenverbänden Regelungen für die Sonntagsöffnungen in Niedersachsen getroffen. Foto: A/t&w

Grünes Licht für Shopping-Sonntage

Lüneburg. Eigentlich waren für März und Mai bereits verkaufsoffene Sonntage geplant, die Besucher von nah und fern zum Bummeln und Shoppen in die Lüneburger Innenstadt einladen sollten. Doch die Corona-Pandemie machte nicht nur einen Strich durch die Rechnungen, sondern es war auch lange offen, ob es noch zu diesen Events in diesem Jahr kommen würde. Doch nun hat die Landesregierung mit den Gewerkschaften und den kommunalen Spitzenverbänden Regelungen für die Sonntagsöffnungen in Niedersachsen getroffen. Das kommt auch in Lüneburg gut an.

An vier Sonntagen können die Geschäfte in Niedersachsen auch in diesem Jahr öffnen. Eine landesweite Vorgabe wird es dabei nicht geben – jede Kommune kann in Abstimmung mit den anderen regionalen und örtlichen Akteuren selbst entscheiden, wann sie ihre verkaufsoffenen Sonntage durchführt. Ausgeschlossen sind hierbei allerdings die Adventssonntage sowie der 27. Dezember und der 1. November (Allerheiligen), der 15. November (Volkstrauertag) und der 22. November (Totensonntag). Mussten bisher zum Beispiel Volksfeste als Anlass für Sonntagsöffnungen her, so können es jetzt auch kleinere Events sein. Denn bekanntlich werden aufgrund der Pandemie in diesem Jahr keine großen Feste oder auch Messen stattfinden.

Hygiene- und Sicherheitskonzept hat Priorität

Heiko Meyer, Chef des Lüneburger Citymanagements (LCM) freut sich über die Regelung, die auch Rechtssicherheit bedeute. Gerade noch habe die LCM einen offenen Brief an die Landesregierung schicken wollen mit der Bitte, verkaufsoffene Sonntage durchführen zu dürfen. „Denn die sind unter anderem existenziell für den Handel, gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten. Wir in Lüneburg möchten nur noch zwei Sonntage beantragen, die bereits geplant waren. Es sollen nur zwei sein aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und deren Familien.“ Stattfinden könnten diese eventuell am 27. September und am 8. November.

Priorität bei diesen Erlebnis-Sonntagen habe das Hygiene- und Sicherheitskonzept. „Wir werden uns dazu noch an alle Beteiligten im Handel wenden.“ Denn die Besucher müssten sich sicher und wohlfühlen können.

„Wir sind aktuell positiv gestimmt“

Lars Werkmeister, Geschäftsführer der Lüneburg Marketing, spricht von einer guten Nachricht und einem Schritt in die richtige Richtung. „Wir prüfen aktuell die neuen Auflagen und versuchen die zwei bereits geplanten verkaufsoffenen Sonntage stattfinden zu lassen. Wir sind aktuell positiv gestimmt, dass das gehen könnte. Aber endgültig können wir das erst nach Prüfung sagen.“ Mit dem Handel sei man – wie immer – im Austausch.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge lobt zwar, „dass der Anlassbezug abgeschwächt wurde und somit kleine Anlässe ausreichend sind für die Ausrichtung eines verkaufsoffenen Sonntags“. Das sei angesichts der Corona-Beschränkungen richtig. „Allerdings ist der sogenannte ‚Kompromiss‘ nicht die Lösung, die wir uns vorgestellt haben. Denn wenn man genau hinschaut, dann bleiben nur noch wenige Sonntage in diesem Jahr übrig. Vor allem fallen die wichtigen Sonntage im Dezember komplett raus, das ist der dicke Wermutstropfen bei dieser Lösung. Denn die Einzelhändler benötigen gerade im November und Dezember einen Schub für das diesjährige Weihnachtsgeschäft, um die Verluste aus dem 1. und 2. Quartal abzumildern.“

Von Antje Schäfer