Freitag , 18. September 2020
Feuerwehrhaus, Bücherei, Grundschule sowie (nicht zu sehen) Kindergarten und Jugendtreff sind hier untergebracht. Eine Baustelle würde nicht nur den Schulbetrieb beeinträchtigen. Foto: sel

Alles auf Anfang

Barendorf. Kehrtwende in Sachen Umbau der Neetzer Grundschule. Hatte sich der Bau-, Wege- und Umweltausschuss der Samtgemeinde Ostheide im Mai 2019 noch mit fünf zu zwei Stimmen gegen einen Schulneubau und für die Komplettauslagerung der Schulräume während der Bauphase ausgesprochen, sprachen sich die Mitglieder jetzt für ein Aussetzen der Planungen aus.

Mit dem gleichen Votum. Karsten Johansson (CDU) hatte den Antrag eingebracht, das Gesamtkonzept zu überprüfen, einschließlich einer Kostenermittlung für einen Neubau und einschließlich einer Standortsuche für einen potenziellen Neubau. „Fünf bis sechs Wochen Bedenkzeit“ wünschte er sich und mahnte, „jetzt nichts mit der Brechstange durchzusetzen“.

Vergeblich erinnerten Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer und Ausschussvorsitzender Dieter Schröder (beide SPD) daran, dass der Ausschuss bereits seit zwei Jahren über das Thema diskutiere. Auch Ratsfrau Brigitte Merz (SPD) betonte, dass es im anstehenden August mit ersten Baumaßnahmen losgehen sollte, damit die Räume während der Osterferien 2021 in die neuen Provisorien umziehen könnten. Nun wird vorerst nichts passieren, da sich – außer Merz und Schröder – alle Ausschussmitglieder Johanssons Antrag anschlossen.

Investition in Container „nicht vertretbare Kosten“

Neben dem fehlenden Parkraum bemängelte er vor allem, dass 800.000 Euro in ein Provisorium, nämlich die aufzustellenden Container, investiert würden. Für ihn „nicht vertretbare Kosten“. Rathauschef Meyer stellte klar, dass die europaweiten Ausschreibungen „bindend“ seien und dass er die Kommunalaufsicht einschalten werde, da der Samtgemeinde durch diese Kehrtwende „ein wirtschaftlicher Schaden entsteht“.

Planer Andreas Oldenburg zeigte sich „überrascht über die neuerlichen Diskussionen“. Er präsentierte die aktuelle Kostenschätzung von 5,4 Millionen Euro, inklusive der Kosten von 800.000 Euro für die Container, die derzeit „sehr teuer“ seien. Für einen möglichen Neubau schätzte er die Kosten auf 8,4 bis 9 Millionen Euro, und er betonte: „Auch dann brauchen wir die Container als Zwischenlösung. Oder ein neues Grundstück“.

Umweltbeauftragte Susann Haas wunderte sich, dass offensichtlich auch die Grünen die Neubaupläne und damit den „Verbrauch neuer Flächen“ mittragen. Planer Oldenburg plädierte eindeutig für den Um- anstatt Neubau: „Im Bestand zu sanieren ist ökologischer“.

Verbindliche Aufstellung der Kosten Ende August

Hingegen sprach sich Rudolf Giera vom UBO (Unabhängiges Bündnis Ostheide) einmal mehr entschieden für einen Neubau aus. Man müsse sich „aggressiv um Zuschüsse“ kümmern, um eine Kostensenkung zu erreichen. „Was glauben Sie, was wir in der vergangenen Zeit getan haben?“, konterte Meyer. Sämtliche möglichen Zuschüsse seien ausgeschöpft. Brigitte Merz hatte sich für die SPD für die Variante vier (von fünf) ausgesprochen, nach der die Container auf dem oberen Schulhof installiert werden sollen. Es habe zudem erste Gespräche mit der KVG gegeben, um das sichere Be- und Entsteigen der Buskinder aus den Schulbussen zu gewährleisten.

Merz warb eindringlich für ein Votum für den Umbau und fügte an: Wenn ein Neubau nicht nahe der bestehenden Turnhalle entstehe, müsse auch eine neue Turnhalle errichtet werden. „Und was soll dann mit dem Altbestand geschehen?“ Ende August wird eine verbindliche Kostenaufstellung vorliegen. Möglicherweise eine Grundlage für ein verbindliches Votum.

Von Silke Elsermann